Freitag, 17. November 2017

Socken mit Meeresrauschen

Aufgrund der Erkrankung des Gatten, und der sich daraus ergebenden Lebenssituation, werden wir schon eine ganze Weile von einer Sozialpädagogin begleitet und unterstützt. Diesen Herbst läuft die Hilfe nun leider aus. Und natürlich wollte ich zum Abschied ein Paar Socken überreichen.

Ich schickte also meine Jungs vor, welche die Schuhgöße und die Lieblingsfarben für mich in Erfahrung bringen sollten. Der Fast Teenager erzählte mir dann, unsere liebe Hilfe würde "Blautöne wie das Meeresrauschen" lieben.


Nach Metaphern oder Stichworten hatte ich bisher auch noch nicht gestrickt, ist aber eine durchaus interessante Vorgehensweise zur Muster und Farbauswahl.

Da die Dame recht schlanke Beine hat, konnte ich mich bezüglich des Musters ungezwungen aus toben.


Zur Umsetzung des Stichwortes "Meeresrauschen" wählte ich diese zwei handgefärbten Stränge Sockenwolle von Frau MeRo Colors aus, welche ich im Sommer auf einem liebreizendem Stricktreff erhalten habe.
Schon damals wusste ich, dass diese beiden Schätze zusammen verstrickt werden möchten.


Der Bund besteht aus einem 2 Rechts, zwei Links Rippenbündchen. Wobei ich sehr beabsichtigt auf 1 Links begonnen habe, weil dies dem späteren Musterverlauf entsprochen hat.


Für das Muster habe ich die schönen Fischernetze von Elke Becker gewählt.
Allerdings wieder nach meiner ganz eigenen Interpretation, welche ich auch im DiedreivomBlog-Kal schon gearbeitet hatte, und sich nicht ganz so arg zusammen zieht wie das Original.
Und wie man sieht habe ich das Muster wieder gespiegelt, so dass die Zöpfe einmal links herum führen und ein mal rechts herum.


Für die Herzchenferse bin ich auf der Hauptfarbe geblieben, und habe dieses mal nicht auf die Kontrastfarbe gewechselt.


Die schönen Zöpfe und Lochmusterreihen kommen auf der dezenten Färbung richtig toll heraus, und haben sich in dem wunderbaren Herbstlicht beim Outdoor Shooting auch super fotografisch in Szene setzen lassen.


Bei der Spitze habe ich dann wieder das Kontrastgarn gewählt, und eine weiche runde Schneckenspitze gearbeitet.


Für das Outdoor Shooting war ich Mitte Oktober, als sich der Herbst für einige wenige Tage von seiner goldenen Seite zeigte, im wunderschönen Blücherpark in Köln Bilderstöckchen.
Dort habe ich ganz gezielt das sanfte Licht der aufgehenden Morgensonne für meine Bilder genutzt.


Weil die Socken ein Geschenk sind, habe ich auch wieder ein Mini Söckchen gearbeitet. Hier noch ohne Ring und Karabiner zu sehen. Ich hatte nicht genug Zeit das vor dem Shooting noch an zu bringen.


Und JA, die Dame hat sich sehr gefreut. Aber auch ein wenig geweint.
Sie war gerne bei uns. Die Termine seien immer ein bißchen wie Urlaub während der Arbeit gewesen, hat sie gemeint. Ich dagegen bin einfach nur dankbar für den Rückhalt, den mir diese Hilfe oftmals gegeben hat.

Sonntag, 12. November 2017

Regenbogen Geburtstagssocken

Der Fast Teenager hatte im September diese tollen Regenbogensocken erhalten, nachdem sie für mich selbst zu klein geraten sind. Folglich musste ich für den queeren Teenager natürlich auch noch Regenbogen Socken stricken.
Nur gut dass ich genug des bunten Garnes gekauft hatte. Pünktlich zu seinem Geburtstag im Oktober waren seine Socken fertig und in Szene gesetzt.


Für den queeren Teenager habe ich das regenbogenfarbene Knäul Opal Surprise mit einem blau leuchtenden Knäul Opal Jubiläumswolle kombiniert. Weil Blau, neben dem Regenbogen, seine bevorzugte Farbe ist.


Bei den Socken des Teenagers ist es mir sogar gelungen  Farbsynchron zu stricken.

Wie man sieht, enden die Socken auf Gelb. Meine Alltagssocken No.6 beginnen und enden auf Gelb. Also habe ich das Garn gewogen, den Verbauch errechnet, und aus diesem Knäul als Zwischenprojekt die zweite Socken für mich selbst heraus gestrickt. Danach habe ich das Garn bis ins Pink herein abgewickelt, um auch hier eine identische zweite Socke zu erhalten. Letztlich sind keine 10g Restgarn mehr übrig geblieben.

Allerdings musste ich zwei mal hoch ribbeln, weiter ab wickeln und neu an setzen. Bei solch einem fließendem Verlauf ist es nicht einfach, nachträglich und ungeplant genau den richten Abschnitt zu treffen.


Begonnen habe ich wieder mit einem Rippenbündchen.


Ebenso wie beim ersten Paar, habe ich auch hier wieder das Sockengerippe von Frau Sprottenpaula gearbeitet.
Im letzten Posting habe ich noch erwähnt dass der Blog leider gelöscht sei. Inzwischen sind zumindest die Anleitungen wieder verfügbar.

Im Web hat es dazu viele - auch unschöne - Diskussionen gegeben. Wobei ich wirklich nicht verstehen kann, warum so viele Leute immer unbedingt genau das haben müssen, was gerade nicht (mehr) zu bekommen ist! Etwas, was ich auch bei meinen Eigenkreationen immer wieder erlebe. Da wird man angeschrieben, es wird gebettelt, dann wird diskutiert, und nur all zu oft wird es dann auch schnell beleidigend.
Es gibt so unendlich viele tolle Anleitungen, die frei im Web als Download erhältlich sind. Aber NEIN, es MUSS unbedingt DAS sein!


Weil es mir immer solch einen Spaß macht, habe ich auch hier wieder das Muster für die zweite Socke gespiegelt.


Ich kombiniere gerne Garne vom gleichen Hersteller/Färberin miteinander.
Weil eine Farbe selbst über mehrere Knäul und Chargen hinweg meist fast immer den gleichen Ton hat.
Hier fiel die Ferse zufällig auf den blauen Abschnitt der Regenbogenwolle. Geplant war das nicht. Aber weil das Blau der Jubiläumswolle den gleichen Farbton hat, fügt sich das Kontrastgarn wirklich PERFEKT ein!


Für die Ferse habe ich wieder die Herzchenferse gewählt.


Den Abschluß macht wieder eine einfache Bandspitze.


Und weil die Socken für den Teenager inzwischen auf Größe 44 gestrickt werden müssen, die Sockenfüße aber schlanke Größe 38 haben, sieht die Spitze auf den Fotos immer furchtbar unfotogen schlampig  aus!


Für die tolle Aussicht sind wir für das Outdoor Shooting zum Mülheimer Ufer in Köln gegangen.
Das war Mitte Oktober, als wir für wenige Tage endlich diesen tollen goldenen Herbst hatten, ich noch auf Krücke lief und der Fast Teenager deshalb als mein Assistent mit unterwegs war.


Atemberaubend ist es dort!
Da werde ich bestimmt noch das ein oder andere mal shooten gehen.



Dienstag, 7. November 2017

Outdoor Shooting im goldenen Herbst

Nachdem ich mir im September den Bänderriss zugezogen habe, hatte ich die Hoffnung auf ein Outdoor Shooting im Herbst schon fast aufgegeben. Denn wie soll man bitte fotografieren können, wenn einen die Füße nicht tragen.
Gerade ein gezieltes Shooting hat wenig mit "einfach mal was knispen" zu tun. Da muss ein Standort gefunden werden, oftmals bewegt man sich auf unebenem Gelände, und dann arbeitet man auch nicht unerheblich mit dem eigenen Körpergewicht um die besten Perspektiven für den Hintergrund zu erlangen. Weil auch der Kopf im höchsten Maße konzentriert arbeitet, bin ich nach den Outdoor Shootings meist völlig ausgepowert.


Doch irgendwie hat das Wetter mir diesen Herbst den Gefallen getan und war lange Zeit extrem ungemütlich. Das war zwar auch nicht unbedingt toll, hat mich aber wenigstens nicht in Versuchung geführt zu früh zu viel zu wollen, indem ich UNBEDINGT raus wollte.
So hatte der Fuß einige wertvolle Wochen Schonzeit - in denen mir unglaublich die Decke auf den Kopf gefallen ist - und war dann, als das Wetter endlich besser wurde zumindest halbwegs belastbar.


Es wurde ein Outdoor Shooting unter erschwerten Bedingen!
Die doofe Krücke ist mir sooooo sehr auf die Nerven gegangen. Und zur eigenen Sicherheit habe ich den Fast Teenager als Assistenten und Aufpasser mit genommen. Ein Glück! Denn auf dem tollen Spielplatz hätte ich wohl eher nicht geshootet, wenn das Kind nicht an der Schaukel kleben geblieben wäre.


Am Mülheimer Ufer hat mich kurz die Sehnsucht gepackt.
Da drüben, auf der anderen Seite, da sind unsere Lieblingspicknickplätze. Da ist "mein Rhein", mein gräsernes Meer, und meine Frustloswerden Laufstrecke. Und es war so unglaublich tolles Wetter!
Aber mit Krücke und instabilen Fuß wäre schon der Ausstieg an der KVB Haltestelle kaum möglich gewesen. Von einem Gang ins unbefestigte Gelände mal ganz zu schweigen.


Drei Paar Socken habe ich geschafft, dann hat den Fast Teenager die Lust verlassen.
Und auch bei mir war die Luft raus!
Noch kurz ein paar stille Augenblicke genießen, dann ging es nach Hause auf die Couch. Fuß hoch legen und Kräfte schonen.


Am nächsten Morgen habe ich ganz früh meinen Rucksack gepackt und bin in den wunderschönen Blücherpark in Köln Bickendorf gefahren. Ganz gezielt habe ich mir die Lichtstimmung der aufgehenden Morgensonne ausgewählt, um in dieser tollen Kulisse weitere Socken zu shooten.


Eine noch tief stehende Sonne wirft jedoch leider manchmal auch lange Schatten.
Hier hieß es für eine Weile ab warten, bis der Schatten der alten Kastanien vorüber ziehen würde.


Bei meiner Ankunft im Blücherpark habe ich mich noch über die Tischtennisplatte gefreut.
Das sind immer ganz hervorrage, meist völlig frei stehende Ablageflächen. Doch dann baute eine Schule, möglicherweise auch ein Verein, dort sein Equipment für ein Sportfest auf.

Damit war dieser Standort und der gesamte hintere Teil des Parks für mich leider Tabu. Denn: Keine fremden Kinder auf Bildern, die man gezielt veröffentlichen möchte!


Doch der Blücherpark bietet genug Alternativen.
Im hinteren Teil des Parks werde ich dann einfach ein anderes mal shooten gehen.


An diesem tollen Morgenlicht konnte ich mich kaum satt sehen!
Ich hätte den ganzen Tag da stehen können!


Das hier wäre auch eine tolle Kulisse für ein Socken Shooting gewesen.
Doch die Mauer ist ein bißchen uneben, es ging ein leichter Wind........


.......und die Socken waren genau so viel zu groß für die Füße dass sie an der Unterseite Wellen geworfen haben. Damit standen die Füße sehr instabil. und landeten dekorativ im Dreck!


Kurz habe ich noch darüber nachgedacht, die Socken entweder so hübsch im Dreck oder alternativ liegend zu shooten. Aber zufrieden war ich damit nicht. Ich habe eingepackt und mir eine andere Möglichkeit gesucht.


Letztlich habe ich diese Socken dann im - noch geschlossenen - kleinem Biergarten im Blücherpark geshootet.


Nach dem Shooting habe ich meinen Rucksack gepackt, und bin einfach noch eine Runde durch den Park gelaufen. Es ist so wunderschön dort, egal zu welcher Jahreszeit, aber im Herbst eben ganz besonders!


Außerdem hat es einfach nur gut getan, endlich wieder draußen zu sein.
Es hat gut getan, sich wieder ein wenig bewegen zu können. Auch wenn die Krücke tierisch genervt hat! Und es gut getan, die Sonne und die Wärme auf der Haut zu spüren.

Als ich mich später auf dem Heimweg gemacht habe, war ich so dermaßen entspannt und gut gelaunt, wie seit dem Unfall nicht mehr!

Donnerstag, 2. November 2017

Dies und Das und Bänderriss

Erinnert ihr euch noch an diesen Blogpost hier? 
Im September hatte ich mich auf die Nase gelegt und mir einen Bänderriss am linken Fuß dabei geholt!

Der Gatte war scheinbar sehr sehr neidisch.
Oder er gönnt mir schlichtweg die Erholungszeit auf der Couch bei Netflix nicht.
Nur 12 Tage später hat er es mir gleich getan, und sich bei seinem Sturz nicht nur beide Ellbogen angebrochen sondern auch gleich seine Schiene zerrissen, welche er am teilweise gelähmten Bein trägt.

Gut, beim Gatten können Stürze oder Unfälle durch die Gehbehinderung ja jederzeit passieren. Und die letzten Jahre haben wir sehr viel Glück gehabt. Aber warum zum Henker muss das ausgerechnet dann passieren, wenn ich selbst nicht fit genug bin um mich ausreichend kümmern zu können?


Das Geheimnis unserer Ehe ist eindeutig, dass jeder von uns neben der gemeinsamen Basis jeweils noch ein eigenes Leben haben darf. Im Umkehrschluß geht man sich dann, wenn man unfreiwillig längere Zeit zu Hause miteinander "gefangen" ist, schnell auf die Nerven.
Wir hatten beide nicht unerheblich Schmerzen, der Gatte konnte außer herum sitzen eigentlich NICHTS mehr machen, und ich habe mich mit meinem Bänderriss durch alles durch kämpfen müssen. Das setzt die Hemmschwelle für Reizbarkeit drastisch nach unten.

Sobald mein Fuß es auch nur halbwegs hergegeben hat, war ich mit Krücke und Handy auf einem kleinen Erkundungsgang für ein Socken Shooting unterwegs.
Ausgesucht habe ich mir das Areal rund um die Mülheimer Brücke in Köln. Im strömenden Regen! Und auch nur ganz wenige kleine Kilometerchen mit vielen Pausen. Völlig egal. Hauptsache DRAUSSEN! Und außerdem an "meinem" Rhein. Wenn auch auf der "falschen" Seite.


Leider ist das Wetter noch etliche Tage fies und unangenehm geblieben.
Um mein Gemüt bei Laune zu halten, habe ich diverse Sockenprojekte begonnen.
In den unendlichen Weiten des Internets bin ich auf Shoppersocken gestoßen, und habe diese in verschiedenen Ausführungen angestrickt.


Als das Wetter sich endlich besserte, und der goldene Herbst seine ganz Pracht zeigte, war ich sofort unterwegs um im Umfeld der Mülheimer Brücke meine Socken zu shooten.
Es war anstrengend, und schon nach drei von fünf Sockenpaaren konnte ich nicht mehr. Aber es hat soooo unglaublich gut getan!


Nach dem ersten Shooting habe ich die halbe Nacht gestrickt, um für den nächsten Tag noch ein weiteres Sockenpaar für ein zweites Outdoor Shooting fertig zu haben.

Ganz früh an einem Sonntagmorgen habe ich mich auf den Weg zum wunderschönen Blücherpark in Köln Bilderstöckchen gemacht. Und dort in der aufgehenden Morgensonne bei ganz fantastischen Lichtverhältnissen drei weitere Sockenpaare geshootet.


Als ich meine Bilder alle im Kasten hatte, bin ich noch ein wenig im Blücherpark geblieben.
Um das Licht und die Wärme zu genießen, in dieser tollen Herbststimmung zu verweilen, und um meinen Fuß ein wenig auf das Laufen ohne Krücke zu trainieren.
Es hat einfach nur gut getan, sich langsam zumindest wieder ein bißchen bewegen zu können. Auch wenn das Gehumpel auf Dauer echt anstrengend ist.


In der Folgewoche ist das Wetter leider wieder um geschlagen. Also musste ich mich wieder Inddor beschäftigen. Ich habe die Zeit genutzt um mich mit Ravelry zu beschäftigen.
Nach fünf Jahren Hobby, bin ich nun endlich auch dort vertreten.
Warum das sooo lange gedauert hat?
Weil Englisch nicht wirklich zu meinen Stärken zählt. Und weil ich als Alternative ja schon immer meinen Weblog hatte. Aber nun habe ich mich hinein gefuchst, und an die 90 Projekte eingepflegt.

Wer mag, findet mich dort unter Photoauge01.


Der Gatte und ich waren dieser Tage einmal ganz gepflegt und in Ruhe zusammen frühstücken. Zwar nur im Ikea - ich schwöre, ich brauchte nur eine neue Pfanne - aber dafür innerhalb der Woche und außerhalb der Ferien.

Das haben wir seit der Gatte im Herbst 2015 mit der Umschulung begonnen hat, nicht mehr hin bekommen. Es war verdammt schön und hat uns echt gut getan!
So konnten wir dem doppeltem Unfallpech letztlich doch auch noch etwas Gutes abgewinnen.


Dann habe ich mich noch an einer neuen Technik versucht, mit der man ganz easy Restgarne zu tollen bunten Socken verstricken kann. Seit mindestens Sommer 2016 hatte ich die Gumgum Technik  auf meiner To Do Liste stehen, habe aber nie die Ruhe gefunden mich damit auseinander zu setzen.
Dabei wird spiralförmig abwechselnd so mit zwei Fäden gestrickt, dass dabei keine Übergänge oder überkreuzte Fäden entstehen. Bei YouTube findet ihr eine Videoanleitung dazu. Und außerdem bei Frau Strumpfbina eine schriftliche Anleitung.

Weil die liebe Frau Odersocke mich schon seit Wochen dazu verführt die verordnete Wolldiät zu brechen, indem sie gefühlt täglich tolle Bilder von wunderschönen handgefärbten Strängen zeigt, habe ich mir für meinen ersten Versuch ganz gezielt ihre Garne aus meinem Restestash heraus gesucht.

2015 hatte ich mit den Strängen Smaragsader und Harmonie Honig Partnersocken für den Seelenstreichler und dessen Mann gearbeitet. Nun werden die Restknäul davon zu tollen Alltagssocken für mich selbst.


In der Nacht als mein queerer Teenager geboren wurde, war es sehr stürmisch.
Das weiß ich noch ganz genau.

Stürmisch ist es auch 15 Jahre später, allerdings nicht immer nur draußen.
Geburtstag gefeiert haben wir trotzdem. Mit Regenbogen farbenden Kerzen auf Schokoladenkuchen, lieben Freunden und Geschenken.
Dieser Tage wird unserer Teenie dann im Fanshirt sein erstes echtes Konzert erleben.


Leider, leider, muss ich sagen dass ich mit dem Unfallchirugen, der mir von der Ambulanz zur Weiterbehandlung des Bänderrisses empfohlen wurde, sehr unzufrieden bin.

Die mitgegebene Orthese hat mir mehr Probleme gemacht, als sie nützlich gewesen wäre. Vermutlich weil diese Dinger auf schlanke Sportlerbeine geeicht sind. Leider habe ich aber kegelförmige Wuchtbrummenbeine. So hat mir die Orthese mit der festen Schale von hinten sehr schmerzhaft in den Muskel gehauen, während sie am Fuß selbst so locker war dass keinerlei Stützfunktion gegeben war. Laufen war mir damit jedenfalls nicht möglich.
In der Praxis war man der Meinung, ich müsse halt "ein wenig damit Üben". Möglicherweise bin ich auch wieder einmal ein Opfer der Vorurteile gegenüber übergewichtigen Menschen geworden. Man traut es mir einfach nicht zu, dass ich mich viel und ausreichend bewege. Denn sonst wäre ich ja nicht so, wie ich nun einmal bin.

Außerdem war der Arzt der Ansicht, so ein Bänderriss müsste nach 4 Wochen mit Orthese völlig verheilt sein, und der Fuß müsse nach spätestens 6 Wochen ohne Hilfsmittel oder Krücken aus kommen. Und das ganz unabhängig der Lebenssituation oder dem Körpergewicht.
Mein Fuß war  nach sechs Wochen jedoch weiterhin sehr instabil.
Dort wo eigentlich ein quer verlaufendes Collagenband sitzen sollte, hatte ich eine bewegliche Delle am Oberfuß. Und der Fuß war immer wieder geschwollen, wenn ich auf unebenem Gelände falsch aufgetreten bin. Außerdem konnte ich meine Fußmotorik nicht richtig steuern. So konnte ich den Fuß z.B. nicht korrekt ab rollen, und nur eingeschränkt willentlich mit den Zehen wackeln.
Ausgeheilt sieht für mich jedenfalls anders aus!

Viele Physiotherapeuten sind aufgrund ihrer Praxiserfahrung der Meinung, dass ein Bänderriss im Sprunggelenk einen Heilungsverlauf von mindestens 6 Monaten habe. Erst dann ist die ursprüngliche Stabilität der Collagenfasern ausreichend herangereift und der Fuß wirklich voll belastbar. Bis dahin sollte das Gelenk nur vorsichtig belastet, und weiterhin von außen unterstützt werden.
Geht man nach nur vier bis sechs Wochen gleich wieder in den alltäglichen Wahnsinn über, besteht ein hohes Risiko die frisch gebildeten neuen Bänder zu überlasten, wodurch sich unzähliche Mikroverletzungen der frischen Collagenfasern bilden.

Eigenverantwortlich trage ich nun solche Kinesologie Tapes.
Ich empfinde die Tapes wie eine Art Exoskelett. Sie stützen zwar nur bedingt, unterstützen jedoch in hohem Maße die Funktion der verletzten Bänder, ohne dabei den Bewegungsablauf ein zu schränken.

Schon am ersten Tag hatte ich eine deutlich verbesserte Motorik im Fuß.
Am zweiten Tag konnte ich spüren wie die Tapes Muskeln in Bein und Fuß aktivieren, welche ich wochenlang entweder gar nicht oder völlig falsch belastet hatte.
Nach vier Tagen konnte ich alle Funktion des Fußes wieder bewusst an steuern, wie z.B. mit allen Zehen zu wackeln. Außerdem hat die weiche Delle begonnen sich zu verfestigen.
Ich kann mich endlich wieder normal, ohne zu humplen, und auch ohne Krücke frei bewegen. Selbst Treppen sind kein Problem mehr!

Für draußen wickele ich den Fuß zusätzlich noch mit einer flexiblen Bandage, und ziehe meine selbst gestrickten Socken drüber. Das erhöht die Stabilität um ein vielfaches, und ich fühle mich einfach sicherer.
Ich werde sicherlich noch eine lange Zeit auf Schlaglöcher und Bordsteinkanten acht geben müssen. Und ich muss unbedingt auch weiterhin darauf achten, mir beim Einkaufen nicht zu viel Gewicht auf zu packen. Aber allein die Tatsache mich wieder fast normal und ohne Krücke bewegen zu können, ist unglaublich befreiend und erlösend!


Wirklich erschreckend fand ich, wie viele Menschen ganz ähnliche Erfahrungen mit ihrem Bänderriss und ihrem Unfallchirugen gemacht haben. Ich brauchte bloß erste Bilder und entsprechende Texte von meinem Taping auf den sozialen Medien im Web zu zeigen, und schon bekam ich etliche Anfragen dazu via Privatnachrichten!
Sind wir es etwa nicht mehr wert, mit unseren Schilderungen beim Arzt ernst genommen zu werden?
Müssen wirklich erst schlimme Folgeschäden auf treten, bevor ein Bänderriss mit der notwendigen Sorgfalt behandelt wird?


Auch der Gatte trägt inzwischen ein Tape.
An seinem Ellbogen, der selbst nach fünf Wochen noch nicht völlig ausgeheilt ist. Doch weitere Ausfälle sind nicht drin. Bald sind die Abschlußprüfungen! Fällt er weiterhin aus, waren die zwei Jahre voller Mühen und Lernen für Nichts!



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