Dienstag, 12. Dezember 2017

Das bißchen bloggen.......

Da ich derzeit noch keine weiteren Strickstücke zeigen kann, weil alles was ich die letzten Wochen genadelt habe Weihnachtsgeschenke sind,  möchte ich die Zeit bis zum Jahresende nutzen um mir ein bißchen was von der Seele zu schreiben.

So werde ich die nächsten Wochen erklären warum ich keine Anleitungen heraus gebe, und was das mit dem Urheberrecht zu tun hat. Außerdem werde ich erläutern, warum ich keine Socken verkaufe und man sich meine Socken nur schenken lassen kann.
Heute jedoch möchte ich euch erzählen, wie viel "Arbeit" hinter meinem Weblog steckt. Und warum ihr meine Socken und Bilder immer erst mit einigen Wochen Verzögerung zu sehen bekommt.


Die Vorbereitung für einen Blogpost  beginnt eigentlich schon mit dem Kauf der Wolle.
Jeder einzelne Strang/Knäul wird fotografiert bevor es in meinen Schrank darf. Die Bilder lade ich in mein Online Archiv und notiere die wichtigsten Eckdaten wie Marke, Name, Farbnummer, oder Färberin. So stehen mir diese Angaben selbst dann noch zur Verfügung, wenn mal eine Banderole abhanden kommt.


Bevor ein Strickstück ins Shooting kann, wird es gewaschen, getrocknet und eventuell gespannt. Währenddessen mache ich mir Gedanken um das Shooting. Das Stricken selbst lasse ich jetzt mal bewusst außer Acht, denn ich stricke ja nicht ausschließlich um zu bloggen. Aber es sind doch meist etliche ungezählte Stunden Arbeit.

Ein Indoor Shooting ist recht simpel.
Ein aufgeräumter Tisch, ein bißchen Stoff für darunter und eventeull ein paar Blumen für dahinter, fertig. Im Familienalltag ist ein aufgeräumter Tisch allerdings nur mit Vorbereitung zu haben. Dann muss noch das Licht stimmen, und man muss die nötige Zeit sowie ein bißchen Ruhe haben.


Bei einem Outdoor Shooting wird es etwas komplizierter.
Zunächst überlege ich mir, wo ich geeignete Hintergrundkulissen aus dem Kölner Stadtbild für meine Socken Szenen finden könnte. Das ist nicht ganz so einfach, wie es auf den ersten Blick scheint. Möchte ich dass eine Szenerie gut im Hintergrund zu erkennen ist, brauche ich einen gewissen räumlichen Abstand dazu. Außerdem muss ich geeignete Ablageflächen für die Sockenfüße finden.
Zusätzlich sollte man den Sonnenstand im Auge behalten. Socken und Wahrzeichen lassen sich nur selten gut im totalen Gegenlicht fotografieren. Zusammen erst recht nicht.
Außerdem sollte man über (Groß-)Veranstaltungen in Köln informiert sein. Zu bestimmten Begebenheiten ist an ein Shooting in der Innenstadt, und auch in einzelnen Stadtteilen nicht zu denken.Und dann muss noch das Wetter zufällig dann passend sein, wenn man gerade freie Zeit übrig hat.

Für das Shooting eines Paar Socken brauche ich durchschnittlich 30 Minuten. Dabei entstehen 20 bis 50 Bilder. Komplette Szenen, Details, und immer wieder andere Perspektiven. In besonderen Situationen habe ich aber auch schon über 60 Minuten gebraucht. Und manchmal bleibe ich danach auch einfach noch eine Weile stehen und genieße den Augenblick. Ganz besonders bei Shootings direkt am Rhein.


Ich versuche immer mehrere Socken zu einem Outdoor Shooting mit zu nehmen. Und plane überdies eine richtige kleineTour. Dabei versuche ich  für jedes Paar Socken eine ganz individuelle Hintergrundszene zu finden. Dazu immer wieder den Standort oder auch einfach nur die Perspektive.

Eine Shooting Tour nimmt häufig mehrere Stunden Zeit in Anspruch. Und  danach bin ich immer völlig ausgepowert. Ich habe wirklich großen Spaß an Outdoor Shootings. Kaum etwas bereitet mir mehr Freude. Aber es steckt doch auch immer ein wahnsinniger Aufwand dahinter!


Fotografieren sieht für Außenstehende leider immer nach "das bißchen knipsen" aus. In Wirklichkeit erbringen Fotografen jedoch oft Höchstleistungen.
Die meisten Fotografen wissen sehr genau was sie tun. Sie kennen jeden Knopf an ihrer Kamera, und wissen mit Belichtungszeiten und Blendeneinstellungen um zu gehen. Das erfordert ein umfangreiches Hintergrundwissen.
Fotografen sind immer mit höchster Konzentration bei der Arbeit, und haben währenddessen oftmals eine gesteigerte Wahrnehmungsfähigkeit. So sehen Fotografen Details, oder kleinste Veränderungen im Licht, welche Nicht-Fotografen nicht einmal erahnen können.

Nach dem Fotografieren erfolgt die Bildbearbeitung.
Die Bildbearbeitung brauche ich hauptsächlich um die Bilder zu optimieren und mit meiner Blogadresse zu versehen. Und längst nicht alle Bilder schaffen es in die Veröffentlichung. Von  20 bis 50 Bildern pro Serie bleiben manchmal nur 10 oder 15 übrig. Pro Serie eines Paar Socken brauche ich zwischen 15 und 20 Minuten.


Ich weigere mich übrigens mit Photoshop zu arbeiten! Meine Bilder sind zu 100% echt!
Wenn ich ein Bild verhunzt habe, oder mir im Hintergrund rote Regenjacken in die Szene laufen, dann ist das Bild für die Tonne.

Meine fertigen und ausgewählten Bilder lade ich dann bei Google hoch.
Von hier aus erstelle ich dann einen ersten Entwurf für ein Blogposting, welcher zunächst nur Bilder in einer passenden oder sinnvollen Reihenfolge enthält. Dafür benötige ich etwa 15 bis 20 Minuten je Posting.


Fehlt noch der Text!
Im Allgemeinen benenne ich in meinen Postings die Wolle die ich verwendet habe, gebe Hinweise zum gestrickten Muster, erwähne Details wie Bündchen Ferse und Spitze. Wenn es sich an bietet, erzähle ich auch kleine Geschichten zu den Socken. Ihr kennt meinen Schreibstil ja.
Außerdem versuche ich, wenn vorhanden, Verlinkungen zu Anleitungen Homepages oder Webshops zu liefern. Außerdem Wikipedia- oder Köln Tourismus Seiten, wenn mir das sinnvoll erscheint.
Oftmals benötige ich hierfür weit mehr als 60 Minuten. Je Posting!

Dann muss/sollte aber immer noch einmal Korrktur gelesen werden.
Finde ich eklatante Rechtschreib- oder Tippfehler? Passt der Text, die Formulierungen? Funktionieren alle gesetzten Links? Sind die Bilder alle zentriert? Sollte ich noch etwas ergänzen, oder vielleicht wieder heraus nehmen?
Und dann, und wirklich erst dann, geht ein Posting bei mir online!
Ganz schön viel Aufwand, für so ein Socken Posting das in wenigen Minuten gelesen ist!


Das alles schaffe ich eigentlich nie am selben Tag.
So viel freie Zeit oder Ruhe finde ich im Alltag gar nicht.
Meist mache ich an einem Tag die Bildbearbeitung, erstelle die Entwürfe an einem anderen Tag, und versehe die Entwürfe mit Text wann immer ich gerade Zeit dafür finde.
Ganz häufig nutze ich die Funktion, einen Zeitstempel zu setzen. So habt ihr in recht regelmäßigen Zeitabständen etwas zu lesen, und ich habe immer genug Zeitpolster um im Hintergrund neue Postings zu erstellen.


Berichte ich über Veranstaltungen, wie beispielsweise das Wollfestival in Köln, wird der Aufwand um ein vielfaches größer.
Doch als Fotograf und Blogger besucht man solche Veranstaltungen schon  mit ganz anderen Augen. Ständig hält man Ausschau nach tollen Szenen, Bildern die sich zufällig ergeben, und die Kamera ist immerzu im Anschlag. Man ist den ganzen Tag hoch konzentriert und im Kopf wird eine kleine To Do Liste mit Ausstellern ab gearbeitet, die man unbedingt besuchen möchte. Bei vielen Ausstellern habe ich mich auch zusammen mit Wuffi vorgestellt und gefragt ob ich Bilder machen dürfe. So kann ich dann ganz ungeniert den Hund in die Szene ein bauen, und Banderolen zurecht zupfen.


Oft habe ich nach solchen Veranstaltungen  200 bis 300 Bilder auf der Speicherkarte.
Die alle zu sichten, aus zu wählen und anschließend zu bearbeiten kostet vor immens viel Zeit. Noch während der Bildbearbeitung mache ich mir erste Gedanken was ich alles zeigen und erklären möchte.  Zusätzlich beginne ich damit Links zu recherchieren, oder frage bei dem ein oder anderen Händler gleich persönlich gewisse Informationen ab.
So habe ich im Bericht zum Wollfestival an die 20 Links recherchiert sowie eingebaut, und etliche Tage gebraucht um den Bericht fertig zu stellen.

Anders als viele Leute immer an nehmen, verdiene ich mit meinem Weblog übrigens kein Geld.
Ebenso wie das Socken stricken ist der Weblog ein Hobby von mir, und soll es auch bleiben.
Auch wenn es inzwischen unzählige Blogger gibt die Sponsoren Verträge haben und gezielt Werbung setzen, bin ich noch ein Blogger aus "erster Generation". Ich habe habe schon gebloggt, als die Werbeindustrie noch gar nicht wusste was ein Weblog eigentlich ist, oder wofür man diese Kommunikation überhaupt nutzen kann.
Sämtliche Verlinkungen in meinem Weblog setze ich freiwillig und ohne Gegenleistung. Weil mir meine Wollhändlerinnen, Färberinnen, und Desinger einfach am Herzen liegen.



Donnerstag, 7. Dezember 2017

Dies und Das und Novemberblues

Der November war schon immer recht schwierig für mich.

Im November kommt einfach vieles zusammen was mich belastet. Zum oftmals schlechtem Wetter und dem wenigen Licht, gesellen sich bei mir Alpträume und kleinere Flashbacks. Denn im November/Dezember jähren sich bestimmte Ereigenisse/Erinnerungen aus meiner Jugend.
Ich komme damit mal mehr, und mal weniger gut zurecht.

Dieses Jahr ist es leider etwas schwieriger für mich.
Zum einen weil ich ständig mit der öffentlich geführten Diskussion um #metoo konfrontiert werde. Und so wichtig wie ich diese Diskussion auch finde, so habe ich doch auch meine ganz eigenen Gedanken diesbezüglich.
Zum anderen muss mein Teenager derzeit einen Suzid in seinem queeren Freundeskreis verkraften, und irgendwie verarbeiten. Auch das ist nicht leicht für mich, denn ich weiß nur zu gut wie man sich fühlt wenn man bereit ist sich selbst auf zu geben. Vor vielen vielen Jahren war ich auch einmal an diesem Punkt angelangt, und ich muss in den Gesprächen mit meinem Teenager sehr darauf achten keine endlosen Flashback Serien aus zu lösen.


Wir versuchen  mit vielen, über die Jahre lieb gewonnen Traditionen gegen die allgemein depressive Stimmung an zu gehen.
Unsere Lichterdeko haben wir deshalb bereits ein paar Wochen früher als sonst üblich installiert. Die ersten Plätzchen haben wir schon Mitte November gebacken.
Überhaupt sehnen wir uns gerade sehr nach allem was mit Weihnachten  zusammen hängt. Und pflegen ein sehr ausgeprägtes Familienleben derzeit.



Mein lieber Seelenstreichler war mit seinem neuen Partner bei uns!
Wir haben es uns mit frischen Waffeln, heißen Kirschen, Eis, Sahne und selbst gemachten Schoko Löffelchen gut gehen lassen.

Es waren wundervolle Stunden voller Lachen, Liebe, Freundschaft, Glück und Augenblicken.
Einfach nur schön wie die Beiden, Händchen haltend wie zwei Teenager, bei uns auf der Couch hockten.
Nach eineinhalb Jahren der Trauer, voller Schmerz und Verzweiflung, scheint mein lieber Freund endlich Frieden für sein Herz gefunden zu haben. Und ich wünsche den Beiden von ganzem Herzen, dass sich ihre Wünsche und Sehnsüchte erfüllen mögen. Auch wenn das für mich eventuell bedeutet, Abschied nehmen zu müssen.



Sehr sehr spontan, habe ich im November meine Handstulpen verschenkt!

In unserer Nachbarschaft wohnt eine ältere Dame.
Ich kenne sie gefühlte Ewigkeiten lang, allerdings nur vom sehen an der Bushaltestelle. Sie ist alt, und krank, und lebt inzwischen alleine weil sie ihren Mann in ein Pflegeheim geben musste.
Nie hört man diese Dame jammern oder meckern! Nie erzählt sie einem ungefragt ihre Lebensgeschichte! Und schon ewig bewundert sie meine Halstücher und Handstulpen die ich so trage!

Eines morgens stand die Dame mit vor Kälte geröteten Händen und krummen Fingern an der Bushaltestelle. Handschuhe sind ihr meist zu klein, weil sie sehr große Hände und wirklich lange Finger hat.
Spontan habe ich meine Handstulpen ausgezogen, und sie ihr über die steifen Finger gezogen. Das Leuchten und die Dankbarbeit in den Augen der alten Dame...... UNBEZAHLBAR!
Und ich habe ja noch weitere Armstulpen. Mal davon abgesehen, dass ich mir jederzeit neue machen kann.



Seit im Frühjahr "mein" Wollgeschäft geschlossen hat, war ich etwas heimatlos.
Das hat mich zunächst nicht weiter gestört. Der Schrank war gut gefüllt, und im Sommer war ja auch noch das Wollfestival.
Doch nun arbeite ich an Weihnachtsgeschenken. Der Gatte hat sich dicke Couchsocken gewünscht, aber mein Stash war ihm insgesamt viel zu bunt.

Dieser Tage habe ich mir Lauras Wollladen in der Schwertnergasse, in der Kölner Innenstadt angeschaut. Und natürlich nicht nur Langweiliges für den Gatten, sondern auch ein bisschen was Buntes für mich selbst adoptiert.
Und JA, ich denke ich werde dort heimisch werden. In den Regalen findet sich eine tolle, bunte und inspirierende Auswahl. Das Personal ist sehr nett, hilfsbereit und zuvorkommend; außerdem fachlich sehr kompetent und kann hervorragend beraten!



Das Wetter war diesen Herbst ja leider bisher überwiegend bescheiden!
Durch einen glücklichen Zufall habe ich es geschafft, einen der seltenen Vormittage mit wirklich gutem Licht zu erwischen. So konnte ich noch mal vier Paar Socken mit zum Outdoor Shooting nehmen.
Leider waren drei Paare davon Weihnachtsgeschenke, die ich aus verständlichen Gründen erst im nächsten Jahr hier im Weblog zeigen kann. Denn die Beschenkten kennen meinen Weblog inzwischen nur zu gut! Somit kann ich leider auch noch nicht all zu viel von diesem Shooting zeigen.

Aber es war das erste Shooting seit dem Bänderriss ohne Krücke. Und es war ein gutes Shooting! Mit interessanten Perspektiven, und neuen Aussichten für künftige Shootings.
Man mag von Köln halten was man will. Ich selbst empfinde die Stadt vielerorts als grau, laut und schmutzig. Aber fotografisch kommt man hier wirklich lebenslang voll auf seine Kosten!


Da diese Socken für mich selbst sind, kann ich sie auch schon zeigen.


Diese Socken sind zwar ein Geschenk, aber man erkennt hier keine Details. Dafür aber die umwerfende Perspektive im Hintergrund. Das hat extrem viel Spaß gemacht!


Und dies hier ist eine Aussicht für ein künftiges Shooting. Wird, denke ich, aber erst im Frühjahr etwas werden. Im Dezember sind zu viele Touristen in der Stadt, als dass ich hier konzetriert arbeiten könnte.



Inzwischen läuft der Weihnachts-Countdown gnadenlos runter!
Obwohl ich, wie inzwischen fast jedes Jahr, bereits im Sommer begonnen habe für Weihnachten zu stricken habe ich auch dieses Jahr wieder meine Zweifel ob ich alles rechtzeitig fertig bekomme. Irgendwas gibt es immer, was mir meine Zeitplanung zum erliegen bringt. Und dieses Jahr gab es gleich reichlich davon!
Sind die Strickstücke dann fertig, wollen sie noch hübsch fotografiert und irgendwie nett verpackt werden! Mal sehen, wie und ob ich das noch bewerkstelligt bekomme. Die letzten Geschenke werden es wohl leider auch nicht mehr in ein Outdoor Shooting schaffen. Aber Indoor Bilder mit Weihnachtsbaum im Hintergrund sind ja auch recht hübsch.

Immerhin sind schon alle Mini Söckchen Schlüsselanhänger zu den - zum Teil noch in Arbeit befindlichen Geschenken - fertig!



Da ich euch für den Rest des Jahres nicht mehr mit Strickbildern beglücken werden kann, weil alles woran ich gerade arbeite irgendwie für Weihnachten wird, werde ich versuchen euch auf andere Weise zu unterhalten. Mal sehen wie mir das gelingt.
Solltet ihr nichts mehr von mir lesen, werde ich wohl weihnachtlich verhindert sein. Ihr wisst schon, Weihnachtsmärkte, Sterne basteln, Baum schmücken und all so netter Kram.


Samstag, 2. Dezember 2017

Männersocken für den Gatten

Das letzte Paar Socken, welches ich im Oktober mit im Outdoor Shooting hatte, war ein Paar Kuschelsocken aus dicker Wolle für meinen lieben Gatten.

Fertig waren diese Socken schon etwas länger.
Im Sommer hatten sie es jedoch nicht mit ins Outdoor Shooting geschafft, weil ich keine passenden Hintergründe für diese Farbgebung auf dem Plan hatte. Dann kam mein Unfall, und die wochenlange Untätigkeit durch den Bänderriss.


Auch dieses mal war es gar nicht so einfach die Socken in Szene zu setzen.
Die Farbe war schwierig um zu setzen, und so wirklich zufrieden bin ich selbst jetzt nicht.

Die Socken sind nicht sychron gestrickt. Auch wenn es so aus sieht, als hätte das durchaus gelingen können. Aber ich hatte bei der ersten Socke nicht gezielt auf eine Anfangsfarbe geachtet. Weshalb es bei der zweiten Socke natürlich unmöglich wurde, den gleichen Startpunkt zu finden.


Den Beginn der Socken macht ein 2 Rechts, 2 Links Rippenbündchen.


Im Hauptteil habe ich, inzwischen ganz typisch für Herrensocken von mir, in einem Waffelmuster gestrickt.


Für die Ferse bin ich auf der Hauptfabe geblieben, und habe eine Herzchenferse gearbeitet.


Den Abschluß bildet eine einfache Bandspitze.


Verstrickt habe ich dieses Knäul Schachenmayr - Regia, 6-fach Sockenwolle, Design Line by Kaffe Fassett, mit der Farbnummer 03773.


Für das Outdoor Shooting war ich im wunderschönen Blücherpark in Köln Bilderstöckchen, und habe den - am frühen Vormittag noch geschlossenen - Biergarten genutzt.


Mehr gibt es zu diesen Socken auch nicht mehr zu erzählen.
Männersocken halt!



Montag, 27. November 2017

Shopper Socken für Frau Eule

Als Frau Eule im September das erste mal Bilder von den roten Shoppersocken für eine Facebook Freundin sah, wünschte sie sich auch solche Socken.

Frau Eule liegt mir wirklich sehr am Herzen.
Obwohl uns inzwischen einige hundert Kilometer trennen, nimmt Frau Eule sich Zeit für mich wenn die Sorgen mal wieder überhand nehmen und ich einfach jemanden zum Reden brauche. Das weiß ich sehr zu schätzen!

Deshalb wollte ich für Frau Eule auch etwas ganz besonderes stricken, und habe zu sogenannten Edelgarnen gegriffen. Garne, die ich nur sehr sehr selten verschenke, denn sie sind um einiges kostspieliger als normale Sockenwolle. Und ich stricke daraus wirklich nur für sehr gute Freunde, die den Wert dieser Garne zu schätzen und das Strickstück entsprechend zu pflegen wissen.


Ich wählte diese beiden handgefärbten Schätze von Frau Buttjebeyy dafür aus!
Einen mit Blauholz gefärbten Strang Fine Merino Socks von Lanartus.
Und einen mit Walnußschalen gefärbten Strang Pinta von Pascuali.


Dann begann das Tüfteln und Experimentieren.
Denn meine liebe Frau Eule hat sehr spezielle Beine, was ich bei "Socken für Maike" bereits geschildert habe. Derzeit bin ich wohl die einzige Person, die es schafft für Frau Eule maßgestrickte und passende Socken an zu fertigen.


Ich kann gar nicht mehr sagen, wie oft ich die erste Socke geribbelt und neu begonnen habe.
Vom zweifarbiges Rollbündchen wusste ich zwar theoretisch wie ich es arbeiten muss, habe es aber insgesamt drei mal neu zusammen gestrickt bis ich zufrieden war. Ebenso habe ich etliche male am Farbwechsel experimentiert, bis ich schöne Übergänge hatte. Und weil ich mir dann unsicher war, ob ich Farbsynchron oder gespiegelt einen besseren Effekt erziele, habe ich die zweite Socke als Zwillig begonnen bevor die erste Socke auch nur halb fertig war.

Vor der Spitze hat der Perfektionist in mir dann noch Zweifel angemeldet, ob nicht ein erneuter Farbwechsel angebracht wäre. Aber nicht einfach irgendein Farbwechsel. Nein, ein sanft fließender  Rundenwechsel musste es sein. Auch etwas von dem ich nur theoretisch wusste, wie es funktioniert.


Und dann kam noch das elendige Vernähen der vielen Fäden.
Ich hasse das! Ehrlich!

Üblicherweise arbeite ich bei Socken mit dem Russian Join.
Bei normaler Sockenwolle geht das super, es hält bombig, und ich erspare mir das lästige Vernähen. Bei diesen feinen Edelgarnen wollte ich mir aber das Maschenbild nicht durch einen verdoppelten Faden verhunzen. Also habe ich nur verknotet, und musste dann auf der Rückseite vernähen.


Ein Aufwand der sich jedoch vollends gelohnt hat.
Es sind einfach wunderschöne Socken entstanden.
Und was würde besser passen, als diese sanften natürlichen Färbungen bei einem Outdoor Shooting in einem Park bei Herbstlicht in Szene zu setzen?


Nun erzähle ich euch endlich wie ich diese Socken gearbeitet habe.

Begonnen habe ich, wie oben bereits erwähnt, mit einem zweifarbigen doppeltem Rollbündchen. Aber weil Frau Eule so spezielle Beine hat, habe ich mit unglaublichen 20 Maschen pro Nadel gearbeitet, und noch im Rollbündchen die ersten Abnahmen zum verjüngen der Socken versteckt.


Im Schaft habe ich zweifarbig nach der Anleitung für die Shoppersocken von Petra Körner gearbeitet. Allerdings habe ich nicht, wie in der Originalanleitung als Vollpatent, sondern nur im Halbpatend gestrickt.
Den unteren Fußteil habe ich als einfache Stinos mit unterschiedlich breiten Rippen gestrickt.


Die Farbwechsel habe ich jeweils genau mittig in die Raffung zwischen die Rapporte mit Halbpatent  gesetzt.


Auf der Rückseite der Socken habe ich nach jedem Rapport, und vor jede Raffung, jeweils eine doppelte Abnahme versteckt um die Socken mit jedem Farbwechsel nach unten hin zu verjüngen. Danach habe ich die Maschen auf den Nadeln neu sortiert, und die den nächsten Rapport gestrickt.


Wie so oft, habe ich auch hier eine Herzchenferse gestrickt.
Noch nie konnte man auf einem meiner Bilder die feinen Strukturen dieser Fersentechnik so klar und deutlich erkennen. Was zum einen an der wirklich hervorragenden Qualität der Garne liegt, zum anderen sicherlich daran dass Ferse und Fußteil ohne weiteren Farbwechsel durch gestrickt wurden.

Einziges Manko: Weil die Socken kleiner sind, als meine Sockenfüße groß sind, zieht sich die Ferse stark unter den Fuß. Bei passender Größe tut sie das natürlich nicht.


Bei der Spitze habe ich 20 Reihen vor dem geplantem Beginn der Spitze begonnen, den sanft ansteigenden Farbwechsel ein zu stricken. Und in der letzten Reihe vor der Spitze, eine letzte Reihe mit der ursprünglichen Farbe gestrickt.
Danach habe ich, ohne weitere Tricks, für den Abschluß kurze einfache Bandspitzen gearbeitet.


Für das Outdoor Shooting war ich Mitte Oktober, als wir für einige wenige Tage den goldenen Herbst genießen durften, in den frühen Vormittagsstunden im Blücherpark in Köln Bilderstöckchen.


Weil diese Socken ein Geschenk sind, gibt es auch wieder einen passenden Schlüsselanhänger dazu.


Weil Frau Eule seit letztem Jahr im Exil leben muss, bin ich noch los gezogen um ein paar Heimatgefühle zu besorgen.


Außerdem habe ich beschlossen, dass dieses Sternenkissen mit auf die Reise darf.


Gestrickt habe ich das Sternenkissen aus diesem mit Blauholz handgefärbten Strang Sofia, welcher ebenfalls von Frau Buttjebeyy stammt.


Dann habe ich noch einen passenden Karton aufgehübscht, alles irgendwie hinein gesteckt, und die Schatzkiste auf die Reise geschickt.


Als das Päckchen gelandet ist, schrieb Frau Eule mir:
"Ich sitze gerade hier mit Sternchen im Arm und plinkere ein Sternchen aus den Augen!
Ich bin total sprachlos!"

Und ich habe mich total gefreut, dass Frau Eule sich so gefreut hat.

Mittwoch, 22. November 2017

Socken für Rote Haare

Eine liebe Facebook Strick Freundin schickte mir Mitte des Jahres, als mir wirklich schrecklich ging, ein kleines Mut Mach Paket. Als Dankeschön wollte ich ihr Socken stricken sobald es mir besser ginge, denn das bekommt sie selbst leider nicht hin.

Als ich sie nach der Lieblingsfarbe fragte, bekam ich zur Antwort "bitte nichts Gelbes, Pinkes oder Weißes". Letztlich ist es etwas tief Rotes mit einer ganz eigenen witzigen Geschichte geworden.


Ich hatte schon zwei Stränge Wolle zur Auswahl bereit liegen, die man als Dunkelbunt bezeichnen könnte. Dann sah ich bei Facebook ein Bild von dem frisch neu gefärbten Schopf jener Freundin. In wirklich wunderschönem Rot!

Socken passend zur Haarfarbe!
Habe ich bisher ebenso wenig gemacht, wie Stricken nach Metaphern. Hat aber ebenso viel Spaß gemacht, denn ich habe in meinem Stash tatsächlich einen passenden handgefärbten Strang Wolle dafür gefunden.


Leider hat die Wolle fast jedes Muster gefressen. Noch dazu musste der Schaft locker und dehnbar bleiben, denn die Freundin hat etwas stabilere Beine. Drei mal habe ich geribbelt, dann flog das Knäul frustriert ins Körbchen!


Wenn etwas nicht gelingt, ist es manchmal ratsam erst einmal etwas völlig anderes zu beginnen. Das lockert die Gehirnwindungen und löst Blockaden.

Ich habe also mit Weihnachtssocken begonnen, und verwendete dazu die Idee der Shopper Socken von Petra Körner. Bei Instagram habe ich diese Socken dann auch noch mit einem schönen Rollrand gesehen.
So ergab eines das andere, ich trenne alles komplett auf, habe das Knäul neu gewickelt und noch einmal ganz von vorne begonnen. Eine wirklich gute Entscheidung!


Begonnen habe ich mit einem doppeltem Rollrand, mit extra vielen Maschen.
Einige dieser Maschen habe ich für den Schaft dann wieder abgenommen, und so einen sehr dehnbaren Bund erhalten.


Den Schaft habe ich nach den Shopper Socken von Petra Körner gearbeitet.
Allerdings war ich aufgrund der Schmerzmittel, die ich in den ersten Wochen es Bänderrisses ein nehmen musste, zu doof um das tolle Vollpatent in Runden hin zu bekommen. Ich habe dann Halbpatent gestrickt, was mir nach den ersten Runden selbst im Halbschlaf noch gelungen ist.

Weil der doppelte Rollrand schon so viel Garn verbraucht hat, habe ich außerdem die Rapporte etwas variiert. Statt vier mal 10 Reihen Vollpatent zu stricken, habe ich je zwei mal 15 Runden im Halbpatent gearbeitet.


Nach dem Schaft wird der untere Teil der Socken als Stinos weiter gestrickt.
Ich habe zunächst eine Herzchenferste gearbeitet.


Den Stinoteil am Fuß habe ich mit unterschiedlich breiten Rippen versehen.


Den Abschluß der Socken bildet eine einfache Bandspitze.


Die tolle rote Wolle war handgefärbter Strang Sockenwolle von Dornröschen Wolle, und trägt den Namen "Allerletzter Novembernebeltag"!


Für das Outdoor Shooting  war ich Mitte Oktober bei allerbestem Herbstlicht am Mülheimer Ufer in Köln unterwegs. Noch auf Krücke, aber immerhin an "meinem" Rhein.


Weil es ein Geschenk sein sollte, und noch ein bißchen Garn übrig war, habe ich noch eine Mini Socke gestrickt aus der später ein Schlüsselanhänger wurde.


Als ich im Web die ersten Bilder dieser Socken zeigte, schrie eine andere sehr liebe Freundin von mir "Ich hätte auch gerne welche"!
Also habe ich die Shopper Socken noch einmal gestrickt. Aber das soll eine andere und ganz eigene Weblogstory werden.




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