Sonntag, 31. Dezember 2017

VIERZIG!

Vierzig fertig gestellte Strickstücke sind es 2017 bei mir geworden!
Zusätzlich noch 19 kleine Mini Söckchen Schlüsselanhänger.

Natürlich wieder ganz viele Socken.
Aber auch ein Halstuch, ein paar Loops, und die wundervollen Sternenkissen.

Ich habe angefangen Stinos für mich selbst zu stricken.
Außerdem habe ich mit diesen grandiosen Outdoor Shootings quer durch die Stadt begonnen.

Zwölf tolle Weihnachtsprojekte warten nun darauf, hier im Weblog präsentiert zu werden.
Und die nächsten fünf Projekte sind auch schon wieder auf den Nadeln.




2017 war ein schwieriges Jahr für mich.
Ich war monatelang krank geschrieben.
Und wir mussten uns viel mit dem Jobcenter herum schlagen.
Dem Gatten da den Rücken frei zu halten, damit er sich voll und ganz auf seine Umschulung konzentrieren kann, war echt nicht einfach.

Überhaupt hat es in 2017 so einiges gegeben worauf ich gerne verzichtet hätte.
Mein Weltbild vom Guten im Menschen hat ernsthaften Schaden genommen.
Und mein Vertrauen in die Freundschaft ist verloren gegangen.
Freundschaft ist etwas für Menschen ohne Sorgen, so mein Eindruck in diesem Jahr.

Ich erwarte nicht viel von meinen Freunden. Und ganz gewiss keine Weltwunder.
Aber ein bißchen Loyalität, und eine Schulter zum Ausheulen wenn ich jemanden zum reden bräuchte, wären schon ganz angenehm. Ganz besonders bei Menschen, die ich zu meinem inneren Kreis zähle.

Wenn Freundschaften beginnen zu enttäuschen, oder gar Schmerz zu verursachen, halte ich nicht weiter daran fest. Sondern ziehe mich zurück.
Spätestens dann zeigt sich, wie viel diese  Freundschaft wirklich wert war.
Oder eben nicht!




Mittwoch, 27. Dezember 2017

Dies und Das und Weihnachten

Schnee in Köln ist ja immer eine kleine Sensation. Und gleichzeitig oft die absolute Katastrophe.
In der gut geschützten Kölner Bucht schneit es häufig als letztes in Deutschland, und ist als erstes wieder weg getaut. Mit Schnee kann man hier deswegen irgendwie nicht so recht um gehen. Schon fünf Flocken reichen aus um ein totales Verkehrschaos aus zu lösen.

Am 10.Dezember schneite es stundenlang!
Es war ein richtiger Schneesturm, mit heftigem Wind und sehr nassem pappigen Schnee der von allen Seiten um die Häuser flog und wirklich überall kleben blieb.


Zum Glück war dieser Tag ein Sonntag.
Und als es endlich auf hörte zu schneien war es einfach nur schön an zu sehen.


Gerne wäre ich ja noch für ein Sockenshooting los gezogen. Aber es war bereits später Nachmittag, bis ich irgendwo angekommen wäre hätte die Dämmerung schon eingesetzt. Und wenn ich ganz ehrlich bin, waren mir die 15 cm Schnee für meinen immer noch nicht zu 100% stabil laufenden Fuß dann auch etwas zu viel. Nicht aus zu denken, wenn ich ausrutschen oder noch mal stürzen würde!
Aber die Jungs sind sofort in den Garten gestürmt und haben sich ausgetobt.



Vor einigen Jahren hatten wir ein richtig tolles großes Knusperhäuschen gebacken.
Jedes Jahr auf neue sehe ich die Bilder davon und denke dabei, das müsste ich noch einmal machen bevor die Jungs zu alt für so nen Scheiß sind. Tja, die Gelegenheit habe ich wohl verpasst. Sie scheinen bereits jetzt zu alt dafür zu sein. Also backe ich alleine Knusperhäuschen.


Allerdings nur ganz kleine Knusperhäuschen, nach einer selbst erstellten Vorlage.


Dafür dann sehr viele davon, welche sich ganz prima in Folie einwickeln und nett verschenken lassen.



Mir ist dieses Jahr nicht nach großartigem Werkeln oder Basteln gewesen.
Drei anstrengende Jahre in Folge haben offenbar ihre Spuren hinterlassen. Außerdem haben wir im Dezember allesamt auch noch mit der Grippe zu kämpfen gehabt. Deshalb gibt es dieses Jahr auch keine großartig gestalteten Sockenverpackungen, sondern einfach nur kleine gekaufte Papiertütchen, welche ich ein wenig aufgepeppt habe.



Kurz vor Weihnachten sind ein paar Päckchen und Pakete bei mir eingetroffen, welche mir viel Freude bereitet haben.

Ab nun bin ich im exklusiven Club der Opal Sockenwolle Abo Kunden!
Vier mal im Jahr erhalte ich nun ein Paket mit 6 Knäuel Überraschungs Sockenwolle. Diese Knäuel wurden entweder exklusiv für das Opal Abo produziert, oder kommen erst zu einem späteren Zeitpunkt in den freien Handel. Auf den Banderolen stehen keine Namen, keine Farbnummern, und das sonst übliche Musterbeispiel ist auch nicht vorhanden.
Eine interessante Möglichkeit den Stash um Farben zu erweitern, die man persönlich vielleicht nie ausgewählt hätte!



Die liebe Frau Odersocke wollte mir eine Freude bereiten, und hat mir zum Nikolaus einen handgefärbten Strang Sockenwolle aus ihrer Werkstatt geschickt.
Wolkenregenbogen heißt diese wunderschöne Färbung!

Ich hatte Pipi in den Augen stehen, so sehr habe ich mich darüber gefreut.
Vorerst liegt der Strang noch ungewickelt in meinem Stash. Ganz zuoberst, damit ich einmal täglich mit ihm kuscheln kann bis mir etwas schönes dafür ein fällt.



Dann  erreichte mich noch dieser kleine Schatz, welcher von einer lieben Facebook Freundin los geschickt wurde!

Ein Schatz deshalb, weil ich mir im November regelrecht die Hacken nach den Regenbogenzipfelmännern für den queeren Teenager abgelaufen hatte, aber leider nirgends einen bekommen konnte. Außerdem lagen noch ein weißer Zipfelmann für den Fast-Teenager und weitere Nettigkeiten für den Rest der Familie bei.
Über das Soxx Book habe ich auch sehr gefreut! Bisher hat es mich wenig gereizt mich im mehrfarbigen Stricken zu versuchen, aber das Buch liefert wirklich tolle Anregungen dazu.



Kurz vor Weihnachten ging es mir ziemlich miserabel.
Deshalb musste unser netter Paketbote auch zweimal klingeln, um mir ein Paket von Frau MeRo Color zu übergeben. "Hm, Du hast doch gar nichts mehr bestellt" dachte ich noch.
Ne, hatte ich auch wirklich nicht. Aber laut beiliegender Grußkarte die liebe Frau Eule!

Zwei wunderschöne sich perfekt ergänzende Stränge MeRo Trio, nebst zwei passenden handgemachten Maschenmarkierern in Regenbogenfarben habe ich in dem Päckchen gefunden. *kreisch*




Weihnachten war, wie eigentlich immer, einfach nur wunderschön!
Wir hatten den Seelenstreichler und seinen Partner eingeladen,  mit uns den Abend zu verbringen. Entsprechend fielen meine Pläne für das Festessen aus. Drei Sorten Fleisch, zu zwei Sorten Kartoffeln, und vier Sorten Gemüse. Dazu selbst gebackenes Brot und hausgemachte Kräuterbutter sollten es werden.

Leider ging es mir Heiligabend immer noch nicht wirklich gut.
Sehr spontan habe ich deshalb nach Niedrigtemperaturgaren gegoogelt. Das Fleisch sollte schön gemütlich im Ofen schmurgeln, während ich genügend Zeit hätte mich relativ entspannt um alles andere zu kümmern. So zumindest der Plan.

Tja, was soll ich sagen?
DAS FLEISCH WAR ZUM NIEDER KNIEN!
Niedrigtemperaturgaren habe ich zwar zum ersten mal, ganz ganz sicher aber nicht zum letzten mal gemacht!


Während wir gemütlich am Tisch gesessen und lecker gegessen haben, bruzelte im Ofen schon der Nachtisch vor sich hin. Leckere Bratäpfel mit Cheesecakefüllung!
Ein Rezept aus der November Ausgabe der Lecker!
Und ebenfalls zum nieder knien.



Nach dem Essen ging es an die Bescherung.

Jedes Geschenk bekommt bei uns eine Nummer, in Form einer Sternschnuppe. Auf der Rückseite findet sich zusätzlich der Name des Empfängers.
Die Nummern werden auf Zettel geschrieben, welche in eine selbst genähte Weihnachtssocke kommen. Diese geht dann reihum, und jeder darf eine Nummer ziehen und laut vor lesen. Das entsprechende Geschenk wird heraus gesucht und übergeben.

Das ist ein sehr unterhaltsames und Abendfüllendes Spiel. Es wird dabei immer viel gelacht, gescherzt, sich gefreut, und jedes Geschenk (jeder Schenkende) erfährt dabei seine Würdigung.
Wenn sechs Leute sich untereinander etwas schenken, kommen ganz schnell 25 sehr unterschiedliche Geschenke zusammen. Und es ist ein langer, aber sehr schöner Abend geworden!


Mein Highlight des Abends!
Liebevoll vom Fast Teenager an einem Vorweihnachtssamstag in einem überfülltem Shoppingcenter ausgewählt, und ganz mutig zur Dame beim hauseigenem Verpackungsservice gebracht. Eine echt starke Leistung für dieses Kind!



Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, meinem lieben Gatten zu Weihnachten mindestens zwei Paar Socken zu stricken. Weil dieser nämlich, ebenso wie ich selbst, immer zu kurz kommt.
Nun ja, dann kamen Krankheiten Pech und Pannen. Wochenlang!
Fertig geworden ist letztlich nur eins der anvisierten zwei Sockenpaare. Das zweite war bis Heiligabend lediglich angestrickt.

Also habe ich einen Zettel gestaltet, diesen in meiner Stricktasche obenauf gelegt, und dem Gatten zur Bescherung einfach die Stricktasche überreicht. War lustig! Solltet ihr auch mal machen.


Noch so ein Highligt des Abends:
Die heiligen drei Sternenkissen!

Zwei mal aus eigenens dafür angefertigen Wunschfärbungen durch Frau MeRo Color gearbeitet.
Einmal aus einem ausgewähltem Wunschstrang aus meinem Stash angefertigt.
Niemand wollte seinen Stern wieder her geben.
Und der Fast-Teenager ist überzeugt davon, dass das Kissen zaubern könne. Denn er hat nun immer total schöne Träume des Nachts.


Weil der Abend so schön, lange und teilweise auch feucht fröhlich war, wurde der Besuch bis zum nächsten Morgen verlängert.
Und weil ich immer vor allen anderen wach bin, habe ich einen Hefeteig angesetzt, diesen mit  Gewürzen gepimpt, und zum Früstück süße Weihnachtsbrötchen gebacken. LECKER!
Außerdem habe ich sogleich meine neue Lieblingstasse eingeweiht.



Das aller aller schönste Weihnachtsgeschenk jedoch ist, dass der Gatte nach über zwei Jahren der Anstrengungen und des Lernens, des Verzichts und oftmals auch Kampfes (mit dem Jobcenter), im neuen Jahr die berufliche Umschulung beenden wird und vom ausbildenden Betrieb im Anschluss an die Prüfung übernommen wird. Zu Konditionen, die der Gatte im alten Job niemals hätte erreichen können!
So hat diese dumme und ätzende Erkrankung letztelich doch noch etwas gutes zustande gebracht.

Hoffnung. Licht am Ende des Tunnels. Land in Sicht!
Die Freude über dieses Geschenk ist wirklich unbeschreiblich!



Freitag, 22. Dezember 2017

Das Socken Wunschbuch

In diesem Jahr wurde ich wieder vermehrt gefragt, ob ich meine Socken auch verkaufen würde. Und was diese denn dann kosten würden.
Ich verneine diese Frage stets, und erkläre dass man sich meine Socken nur schenken lassen kann.

Leute die nicht selbst stricken, und daher oft überhaupt nicht wissen was gute Wolle im Jahre 2017 so  kostet, möchten meist von mir wissen warum ich nicht verkaufe. Ich könne doch so toll Stricken!
Die Antwort ist schlicht und ergreifend: Weil es sich nicht lohnt!
Und weil ich mich beim stricken nicht stressen lassen möchte!

Ich lege beim Kauf meiner Wolle Wert auf gute Qualität.
Von mir ausgewählte Sockengarne haben in der Regel Verkaufspreise zwischen 9€ bis hin zu 13€. Die sogenannten Edelgarne in Merino Qualitäten auch deutlich mehr.
Ein Richtwert für den Verkauf von handgefertigten Strickstücken lautet: Materialwert mal drei.
Bei einfachen Stinos müsste ich also bereits einen Verkaufspreis von um die 30€ an setzen.
Die Leute die mich nach meinen Socken fragen, möchten jedoch keine Stinos sondern Socken mit kunstvollen Mustern. Und diese Socken beinhalten sehr viele Stunden Arbeit. Dividiere ich nun also meinen Gewinn durch die Arbeitsstunden die ich mit solchen Kunstwerken zu bringe, komme ich auf einen Stundenlohn vom um 1€ herum.

Würde ich Socken für einen Verkauf an fertigen, müsste ich rein rechtlich gesehen ein Kleingewerbe an melden.
Da wir aufgrund der Erkrankung des Gatten aber immer wieder mit diversen Behörden zu tun haben, müsste ich dieses Kleingewerbe bei jeder dieser Behörden natürlich an geben. Und dann wird es manchmal richtig kompliziert.
Darauf habe ich einfach keine Lust!
Mal ganz davon abgesehen, dass ich auf ein Geschäftsjahr gesehen gar nicht genug Socken stricken könnte dass sich dieser Aufwand überhaupt lohnen würde. In guten Jahren schaffe ich vielleicht 20 Paar Socken. In schlechten Jahren auch weniger als 10. Eine Behörde sieht jedoch nur die mögliche Einkommensquelle, und setzt den zu erwartenden Gewinn erfahrungsgemäß immer viel höher an als in der Realität erwirtschaftet werden kann.

Worauf ich ebenfalls keinerlei Lust habe sind Diskussionen mit "Kunden"!
Diskussionen darüber warum ein Paar handgestrickte Socken denn 30€ kosten, wo man in jedem Supermarkt Socken für wenige Euro im Mehrfachpack bekommt.
Diskussionen darüber warum Wolle so verdammt teuer geworden sei (häufig im Vergleich mit Preisen aus der Nachkriegszeit).
Diskussionen darüber ob ich nicht auch mit billiger Wolle, oder von den Kunden beschaffter Wolle Socken stricken könnte.
Und Diskussionen darüber, warum das Socken stricken denn so lange dauert wie es eben dauert.

Viele Menschen die der Meinung sind ich solle meine Socken doch verkaufen, und mich mit meinem Hobby selbständig machen, übersehen leider auch dass wir eine nicht ganz alltägliche Familie sind.
Mein lieber Gatte ist chronsich erkrankt, und hat eine bleibende Behinderung davon getragen. Für unseren queeren Teenager haben wir seit dem Outing manchmal ganz schön kämpfen müssen. Der hochbegabte Fast-Teenager ist ein glänzendes Beispiel dafür dass eine überdurchschnittliche Intelligenz mitunter auch eine Form von Behinderung sein kann. Ich selbst bleibe seit der Sehnervenerkrankung im letzten Jahr, wohl leider auch dauerhaft eingeschränkt.
Außenstehende können sich oftmals gar nicht vor stellen, wie sehr diese Umstände unser Leben und unseren Alltag beeinflussen!

Socken zu stricken ist für mich gleichermaßen Hobby wie Leidenschaft.
Ich möchte selbst entscheiden können wann ich mit welchem Material und welchem Muster für welchen Menschen ein Paar Socken erschaffe. Ohne Termin oder Erwartungsdruck.
Es soll und wird ein Hobby bleiben!
Eine Freizeitbeschäftigung, in die ich mich manchmal einfach flüchten kann.
Eine Fähigkeit, die es mir erlaubt mir lieben Menschen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.

Leute die sich von mir Socken wünschen, müssen manchmal ganz schön viel Geduld haben.
Deshalb habe ich irgendwann begonnen eine Warteliste zu führen. Aus dieser Warteliste ist dann das Socken Wunschbuch entstanden.


Hier notiere ich mir auf fortlaufenden Seiten alle Informationen, die ich zu einer Person benötige.
Zuerst natürlich den Namen, und eventeull eine Versandadresse. Schuhgröße und Lieblingsfarben notiere ich mir, ebenso aber Besonderheiten wie schlanke oder stämmige Beine und andere Dinge.
Dann arbeite ich diese Liste mehr oder weniger sinnvoll ab. Weiß ich um Geburtstage, versuche ich die Wunschsocken bis dahin fertig zu stellen. Brauche ich Abschiedsgeschenke werden diese natürlich vor gezogen.


Wünscht sich jemand kurzfristig Socken zum Geburtstag, lehne ich konsequent ab und verweise auf den nächsten Geburtstag im folgendem Jahr. Unter vier Wochen Vorlaufzeit nehme ich keine Wünsche mehr entgegen!
Weihnachtswünsche müssen spätestens bis zu den Sommerferien bei mir eingereicht werden. Weil ich meist schon im August damit beginne erste Weihnachtsgeschenke zu stricken, damit ich im Dezember dann Zeit frei habe für alles was man als Familie in der Vorweihnachtszeit so machen möchte.

Habe ich ein Paar Wunschsocken dann fertig gestellt, fotografiert, und verbloggt, notiere ich mir im Wunschbuch außerdem das Muster und welches Garn ich verarbeitet habe. So entsteht aus dem Wunschbuch heraus gleichzeitig ein kleines Strickarchiv.


Und Familienmitglieder kommen dann auch schon mal auf eine Doppelseite im Socken Wunschbuch.......



Wie ihr euch vielleicht denken könnt, arbeite ich gerade noch allerletzte Weihnachtsgeschenke ab.
In meinem Wunschbuch stehen aber schon die nächsten 8 Sockenwünsche, welche ich 2018 an gehen werde.  Und für mich selbst wollte ich außerdem die Alltagssocken Serie fort setzen, mir neue Handstulpen stricken, und diverse Tücher über die Nadeln gleiten lassen.
Mir und euch wird also bestimmt nicht langweilig werden!



Sonntag, 17. Dezember 2017

Warum ich keine Anleitungen heraus gebe

Je mehr ich meine Bilder - und Strickstücke - im Internet veröffentliche, desto häufiger werde ich nach Anleitungen dazu gefragt.
Manchmal nett und höflich, überwiegend jedoch einfach nur dreist fordernd.
Das geht mir schon eine ganze Weile (einige Jahre) echt auf die Nerven, und deshalb möchte ich nun einfach mal ganz klar Stellung zu diesem Thema beziehen:

Ich gebe grundsätzlich keine Anleitungen heraus! 
Weder meine eigenen, noch aus irgendwelchen Büchern, Zeitschriften oder von mir bekannten Designern!
Desweiteren fotografiere ich nichts ab, und scanne auch nichts ein, um dieses dann per Mail oder Privat Message weiter zu geben!

Schön, dass dies nun klar gestellt ist.
Und wer sich ernsthaft dafür interessiert warum ich das alles nicht mache, der darf gerne noch eine Weile bleiben und über meine Beweggründe für diese Haltung lesen.


Zum einen ist da nämlich das Urheberrecht.
Ein Thema welches wie ich finde, im Internet allgemein sowie in Strickgruppen bei Facebook im speziellen, viel zu sehr vernachlässigt wird.

Auf Wikipedia gibt es dazu eine kurze Zusammenfassung, die aber dennoch recht kompliziert zu lesen ist. Um es noch weiter zu vereinfachen:
Man darf nichts (Anleitung, Bilder, Grafiken) was man nicht selbst erstellt oder erdacht hat, einfach weiter verbreiten oder weiter geben! Auch nicht, wenn es bereits irgendwo (Bücher, Zeitschrift, Internet) veröffentlicht wurde.

Alleine der Urheber einer Anleitung, eines Bildes, oder einer Grafik, hat das Recht dazu darüber zu entscheiden was mit seinem Werk weiterhin geschieht.
Entschließt sich ein Urheber/Designer sein Werk an einen Verlag zwecks Veröffentlichung zu verkaufen, gehen diese Rechte auch auf den Verlag über. Meist wird zuvor ein umfangreicher Vertrag für die Nutzung und Veröffentlichung ausgehandelt.

Nun macht das Internet es aber meist sehr leicht, sich einfach irgendein Bild oder eine Grafik zu "klauen". Einmal an klicken, herunter laden, und schon ist es im Gerätespeicher.
Noch zwei Klicks, und ein Bild/eine Grafik findet sich tausendfach bei z.B. Facebook wieder.
Und damit hat man auch schon gegen geltendes Recht verstoßen, kann dafür belangt werden, und sieht im Ernstfall eine Klage oder eine empfindlich hohe Geldstrafe auf sich zu kommen.

Dies bezieht sich übrigens nicht nur auf Anleitungen/Bilder/Grafiken die von  Firmen/Verlagen/Geschäftsleuten erstellt werden, sondern auch auf jedes Werk welches von Privatpersonen erstellt wird. Also auch auf meine von mir gemachten Bilder!

Die erste zuverlässige Möglichkeit sich bei mir für jedes weitere Gespräch bereits vorab zu disqualifizieren besteht darin, sich eines meiner Bilder herunter zu laden und mir diese (meine eigenen Bilder) dann per Mail oder Privat Message mit der Bitte um die Anleitung zurück zu schicken. (Ganz oft handelt es sich dabei übrigens um Bilder von Stricktreffs, mit Werken anderer Strickerinnen. Als wenn ich ein Archiv darüber führen würde wer wo wann welche Anleitungen gearbeitet hätte!)

Um einmal einen übertriebenen Vergleich auf zu zeigen: Das wäre so, als wenn man beim Bäcker ein  Gebäck klaut, davon kostet, und einen Tag später mit diesem Gebäck zu eben jenem Bäcker geht um nach dem Rezept dafür zu fragen.
Unvorstellbar, oder nicht?

Eine weitere zuverlässige Möglichkeit, um von mir auf allen Ebenen grundweg blockiert zu werden, besteht dann darin mit mir über die Auslegung des Urheberrechts zu diskutieren.
Sätze wie "aber Du hast doch davon (fertiges Strickstück nach einer Anleitung) Fotos gemacht und öffentlich gezeigt" und "das muss noch niemand erfahren" oder "wer etwas zeigt, muss auch damit rechnen danach gefragt zu werden" sowie "ich kaufe mir doch für eine Anleitung nicht ein ganzes Buch" gehören inzwischen zu meinem persönlichen Bullshit Bingo.
Ebenso wie der Satz "aber Du hast doch dein Logo drauf, ich dachte dann gilt das Urheberrecht nicht mehr", wenn ich jemanden darauf hinweise dass er sich einfach ein Bild von mir "geklaut" hat.

So gut wie nie erlebe ich übrigens so etwas wie Einsicht, oder eine Entschuldigung.
Fast immer  wird dagegen herum gezickt, und gar nicht mal so selten wird es sogar richtiggehend beleidigend.

Ey, Leute, habt ihr eigentlich keine Erziehung genossen, oder was?
Warum zum Geier muss es immer und unbedingt diese eine bestimmte Anleitung sein?
Es gibt im Internet so unendlich viele Anleitungen und Inspirationen die für jeden frei und kostenlos erhältlich sind. Jeder Garnhersteller stellt inzwischen auf seiner Homepage Anleitungen zur Verfügung. Und dann sind da noch Portale wie Ravelry, Crazy Pattern, und Drops.
In der Zeit, und mit der Energie, die es benötigt sich mir gegenüber auf´s unterste soziale Niveau zu begeben, könnte man sich locker auch einmal mit diesen Möglichkeiten beschäftigen und braucht weder mir - noch sich selbst - den Tag zu versauen!

So manch einer wird jetzt vielleicht staunend diese Zeilen lesen und sich wundern.
Dieser Schreibstil passt ja eigentlich so gar nicht zu mir.
Leider ist jedoch genau das  der Schreibstil mit dem ich inzwischen mehrmals die Woche konfrontiert werde.

Ich bin das so was von Leid!
Dass ich nicht nur stricke, sondern auch darüber blogge leitet nicht automatisch eine Verpflichtung darüber ab, jeden Hinz und Kunz mit kostenlosen Anleitungen zu versorgen. Eigentlich wäre ich nicht einmal dazu verpflichtet in meinem Weblog Hinweise zu geben nach welchen Anleitungen ich gearbeitet habe, oder diese gar zu verlinken.
Es gibt unzählige Handarbeitsblogs, wo jegliche Angaben zu Garnen und Muster oder Anleitungen gar nicht erst gemacht werden.
Ich dagegen mache mir diese Mühe in jedem Posting aufs Neue. Inzwischen ist auf ingesamt 375 Beiträgen eine richtige kleine Bibliothek entstanden. Wenn ich einmal keine Angaben dazu mache, dann stehen mir diese Informationen entweder selbst nicht zur Verfügung, oder es gibt schlicht keine Informartionen darüber. Dann seid doch bitte so nett, und sucht euch in den 375 Postings etwas heraus, wo ihr diese Angaben findet!




Dann wäre da noch die Frage nach  meinen eigenen Anleitungen!
Warum ich diese nicht heraus gebe, ist eigentlich auch ganz schnell erklärt:
Das versteht außer mir niemand!

Und NEIN, ich werde nicht beginnen, daraus allgemein verständliche Anleitungen für Jedermann zu formulieren!
Eine Anleitung zu schreiben, ist extrem zeitaufwendig und mühevoll. Würde ich zu jedem meiner eigenen Designs eine Anleitung schreiben, würde ich weder zum stricken noch zum Fotografieren oder gar zum Bloggen kommen. Denn neben dem Hobby habe ich auch noch so etwas wie ein Leben, einen Alltag, und eine Familie.

Meine eigenen Designs bestehen ausschließlich aus handgezeichneten Mustercharts.
Dazu gibt es weder Erklärungen, noch einen ausgeschriebenen Text, und auch keine Legende welche den Chart erklären würde. Bestenfalls notiere ich mir noch die Reihenhöhe vom Bündchen. Alles andere arbeite ich aufgrund meines umfangreichen Grundlagenwissens aus dem Kopf heraus.
Meine "Anleitungen" sind daher eher als systematische Zeichnung für mich selbst zu verstehen.  Einmal aufgeschrieben, stricke ich meine Werke fast ausschließlich frei aus dem Gedächtnis heraus.

Mir ist es noch nie schwer gefallen, nach Mustercharts zu arbeiten.
Während viele Strickerinnen denen ich begegnet bin sich Mustercharts in ausgeschrieben Text umarbeiten, empfinde ich ausgeschriebene Texte in Anleitungen eher hinderlich. Nicht selten schreibe ich mir diese Texte dann in Mustercharts um. Also genau das Gegenteilige dessen, was viele andere Stricker tun.
Sehe ich ein Strickstück, kann ich aus dem Stehgreif heraus den Musterchart daraus ab leiten und auf zeichnen. So wie andere Stricker in Arbeitsschritten denken, bin ich in der Lage während dem Stricken in Charts zu denken. Außerdem bin ich in der Lage, in einem direktem Vergleich von Musterchart und Produktbild in einem Anleitungsbuch, bestehende Fehler im Chart zu sehen. Ich muss den Chart nicht erst stricken um diese Fehler zu bemerken.




Desweiteren muss ich leider fest stellen, dass viele Stricker die unbedingt eine Anleitung von mir haben möchten, nicht einmal über das benötigte Grundlagenwissen verfügen um meine Designs überhaupt nach arbeiten zu können.
Ebenso wenig wie man bereit ist sich "ein Buch wegen einer einzigen Anleitung zu kaufen", sind viele Stricker im Jahre 2017 leider der Ansicht man könne alleine über Youtube Videos alles erlernen was man braucht um Socken stricken zu können; und Bücher wären damit komplett überflüssig.

Meiner persönliche Meinung dazu:
Ein gutes Grundlagenbuch ist durch NICHTS zu ersetzen!
In einem Buch findet man Techniken, die auf Youtube gar nicht erst erklärt werden. Zusätzlich werden z.B. grundlegende Details wie Fersenwand, Fersensteg, Spickel, oder Schrägnaht erläutert. In jedem Grundlagenbuch gibt es außerdem ein Kapitel über Materialkunde. So bin ich beispielsweise noch nie auf die Idee gekommen, Socken aus etwas anderem (z.B reine Polywolle) stricken zu wollen als dafür geeignete Sockenwolle!

In einem Buch kann man jederzeit nachschlagen, wenn man mit einer Technik ein Problem hat oder man etwas neues ausprobieren möchte. OFFLINE! Abends, auf der Couch! Die dort gezeigten Techniken wird man gerade als Anfänger kaum im Internet finden können, weil man keinen blassen Schimmer hat welche Suchbegriffe man dazu bei Google ein geben müsste. Oder man schlicht nicht weiß dass eine Technik überhaupt existiert.




Selbst wenn ich meine Mustercharts also heraus geben würde, würde ich im Nachgang dessen wahrscheinlich ständig mit Nachfragen bombardiert werden.
Was ist ein Umschlag?
Wie stricke ich eine rechts verschränkte Zunahme aus dem Querfaden?
Was bedeutet das Dreieck in deiner Zeichnung?
Warum habe ich in der Ferse ein Loch?
Wie hast Du denn die Spitze so schön rund bekommen?
Letztlich hätte ich die Anleitung dann doch komplett geschrieben. Als zeit- und nervenraubendes Frage und Antwort Spiel. Und das jedes mal aufs Neue!

Wenn ich mein NEIN genau so via Mail oder Privat Message erkläre, reagieren die meisten Stricker sehr sehr unfreundlich. Halten mir Hochnäsigkeit und Arroganz vor. Oder argumentieren gar, ich wolle nur nicht dass jemand so gut stricken lerne wie ich selbst.

Ey, Leute,  wenn eure Fähigkeiten oder euer Wissen noch nicht ausreichend sind um nach einem Chart sowie Grundlagenwissen um Bündchen, Ferse und Spitze eine Socken zu stricken, dann sucht euch bitte Anleitungen die im Rahmen eurer Möglichkeiten liegen und sammelt weitere Erfahrungen bis ihr es könnt.
Wie oben bereits erwähnt habe ich neben dem Hobby noch ein Leben, einen Alltag und eine Familie. Ich habe weder Zeit, noch Motivation den Erklärber zu spielen!

Ich möchte einfach nur Stricken! 
Und Fotografieren.
Sowie Bloggen.

DANKE! 



Dienstag, 12. Dezember 2017

Das bißchen bloggen.......

Da ich derzeit noch keine weiteren Strickstücke zeigen kann, weil alles was ich die letzten Wochen genadelt habe Weihnachtsgeschenke sind,  möchte ich die Zeit bis zum Jahresende nutzen um mir ein bißchen was von der Seele zu schreiben.

So werde ich die nächsten Wochen erklären warum ich keine Anleitungen heraus gebe, und was das mit dem Urheberrecht zu tun hat. Außerdem werde ich erläutern, warum ich keine Socken verkaufe und man sich meine Socken nur schenken lassen kann.
Heute jedoch möchte ich euch erzählen, wie viel "Arbeit" hinter meinem Weblog steckt. Und warum ihr meine Socken und Bilder immer erst mit einigen Wochen Verzögerung zu sehen bekommt.


Die Vorbereitung für einen Blogpost  beginnt eigentlich schon mit dem Kauf der Wolle.
Jeder einzelne Strang/Knäul wird fotografiert bevor es in meinen Schrank darf. Die Bilder lade ich in mein Online Archiv und notiere die wichtigsten Eckdaten wie Marke, Name, Farbnummer, oder Färberin. So stehen mir diese Angaben selbst dann noch zur Verfügung, wenn mal eine Banderole abhanden kommt.


Bevor ein Strickstück ins Shooting kann, wird es gewaschen, getrocknet und eventuell gespannt. Währenddessen mache ich mir Gedanken um das Shooting. Das Stricken selbst lasse ich jetzt mal bewusst außer Acht, denn ich stricke ja nicht ausschließlich um zu bloggen. Aber es sind doch meist etliche ungezählte Stunden Arbeit.

Ein Indoor Shooting ist recht simpel.
Ein aufgeräumter Tisch, ein bißchen Stoff für darunter und eventeull ein paar Blumen für dahinter, fertig. Im Familienalltag ist ein aufgeräumter Tisch allerdings nur mit Vorbereitung zu haben. Dann muss noch das Licht stimmen, und man muss die nötige Zeit sowie ein bißchen Ruhe haben.


Bei einem Outdoor Shooting wird es etwas komplizierter.
Zunächst überlege ich mir, wo ich geeignete Hintergrundkulissen aus dem Kölner Stadtbild für meine Socken Szenen finden könnte. Das ist nicht ganz so einfach, wie es auf den ersten Blick scheint. Möchte ich dass eine Szenerie gut im Hintergrund zu erkennen ist, brauche ich einen gewissen räumlichen Abstand dazu. Außerdem muss ich geeignete Ablageflächen für die Sockenfüße finden.
Zusätzlich sollte man den Sonnenstand im Auge behalten. Socken und Wahrzeichen lassen sich nur selten gut im totalen Gegenlicht fotografieren. Zusammen erst recht nicht.
Außerdem sollte man über (Groß-)Veranstaltungen in Köln informiert sein. Zu bestimmten Begebenheiten ist an ein Shooting in der Innenstadt, und auch in einzelnen Stadtteilen nicht zu denken.Und dann muss noch das Wetter zufällig dann passend sein, wenn man gerade freie Zeit übrig hat.

Für das Shooting eines Paar Socken brauche ich durchschnittlich 30 Minuten. Dabei entstehen 20 bis 50 Bilder. Komplette Szenen, Details, und immer wieder andere Perspektiven. In besonderen Situationen habe ich aber auch schon über 60 Minuten gebraucht. Und manchmal bleibe ich danach auch einfach noch eine Weile stehen und genieße den Augenblick. Ganz besonders bei Shootings direkt am Rhein.


Ich versuche immer mehrere Socken zu einem Outdoor Shooting mit zu nehmen. Und plane überdies eine richtige kleineTour. Dabei versuche ich  für jedes Paar Socken eine ganz individuelle Hintergrundszene zu finden. Dazu immer wieder den Standort oder auch einfach nur die Perspektive.

Eine Shooting Tour nimmt häufig mehrere Stunden Zeit in Anspruch. Und  danach bin ich immer völlig ausgepowert. Ich habe wirklich großen Spaß an Outdoor Shootings. Kaum etwas bereitet mir mehr Freude. Aber es steckt doch auch immer ein wahnsinniger Aufwand dahinter!


Fotografieren sieht für Außenstehende leider immer nach "das bißchen knipsen" aus. In Wirklichkeit erbringen Fotografen jedoch oft Höchstleistungen.
Die meisten Fotografen wissen sehr genau was sie tun. Sie kennen jeden Knopf an ihrer Kamera, und wissen mit Belichtungszeiten und Blendeneinstellungen um zu gehen. Das erfordert ein umfangreiches Hintergrundwissen.
Fotografen sind immer mit höchster Konzentration bei der Arbeit, und haben währenddessen oftmals eine gesteigerte Wahrnehmungsfähigkeit. So sehen Fotografen Details, oder kleinste Veränderungen im Licht, welche Nicht-Fotografen nicht einmal erahnen können.

Nach dem Fotografieren erfolgt die Bildbearbeitung.
Die Bildbearbeitung brauche ich hauptsächlich um die Bilder zu optimieren und mit meiner Blogadresse zu versehen. Und längst nicht alle Bilder schaffen es in die Veröffentlichung. Von  20 bis 50 Bildern pro Serie bleiben manchmal nur 10 oder 15 übrig. Pro Serie eines Paar Socken brauche ich zwischen 15 und 20 Minuten.


Ich weigere mich übrigens mit Photoshop zu arbeiten! Meine Bilder sind zu 100% echt!
Wenn ich ein Bild verhunzt habe, oder mir im Hintergrund rote Regenjacken in die Szene laufen, dann ist das Bild für die Tonne.

Meine fertigen und ausgewählten Bilder lade ich dann bei Google hoch.
Von hier aus erstelle ich dann einen ersten Entwurf für ein Blogposting, welcher zunächst nur Bilder in einer passenden oder sinnvollen Reihenfolge enthält. Dafür benötige ich etwa 15 bis 20 Minuten je Posting.


Fehlt noch der Text!
Im Allgemeinen benenne ich in meinen Postings die Wolle die ich verwendet habe, gebe Hinweise zum gestrickten Muster, erwähne Details wie Bündchen Ferse und Spitze. Wenn es sich an bietet, erzähle ich auch kleine Geschichten zu den Socken. Ihr kennt meinen Schreibstil ja.
Außerdem versuche ich, wenn vorhanden, Verlinkungen zu Anleitungen Homepages oder Webshops zu liefern. Außerdem Wikipedia- oder Köln Tourismus Seiten, wenn mir das sinnvoll erscheint.
Oftmals benötige ich hierfür weit mehr als 60 Minuten. Je Posting!

Dann muss/sollte aber immer noch einmal Korrktur gelesen werden.
Finde ich eklatante Rechtschreib- oder Tippfehler? Passt der Text, die Formulierungen? Funktionieren alle gesetzten Links? Sind die Bilder alle zentriert? Sollte ich noch etwas ergänzen, oder vielleicht wieder heraus nehmen?
Und dann, und wirklich erst dann, geht ein Posting bei mir online!
Ganz schön viel Aufwand, für so ein Socken Posting das in wenigen Minuten gelesen ist!


Das alles schaffe ich eigentlich nie am selben Tag.
So viel freie Zeit oder Ruhe finde ich im Alltag gar nicht.
Meist mache ich an einem Tag die Bildbearbeitung, erstelle die Entwürfe an einem anderen Tag, und versehe die Entwürfe mit Text wann immer ich gerade Zeit dafür finde.
Ganz häufig nutze ich die Funktion, einen Zeitstempel zu setzen. So habt ihr in recht regelmäßigen Zeitabständen etwas zu lesen, und ich habe immer genug Zeitpolster um im Hintergrund neue Postings zu erstellen.


Berichte ich über Veranstaltungen, wie beispielsweise das Wollfestival in Köln, wird der Aufwand um ein vielfaches größer.
Doch als Fotograf und Blogger besucht man solche Veranstaltungen schon  mit ganz anderen Augen. Ständig hält man Ausschau nach tollen Szenen, Bildern die sich zufällig ergeben, und die Kamera ist immerzu im Anschlag. Man ist den ganzen Tag hoch konzentriert und im Kopf wird eine kleine To Do Liste mit Ausstellern ab gearbeitet, die man unbedingt besuchen möchte. Bei vielen Ausstellern habe ich mich auch zusammen mit Wuffi vorgestellt und gefragt ob ich Bilder machen dürfe. So kann ich dann ganz ungeniert den Hund in die Szene ein bauen, und Banderolen zurecht zupfen.


Oft habe ich nach solchen Veranstaltungen  200 bis 300 Bilder auf der Speicherkarte.
Die alle zu sichten, aus zu wählen und anschließend zu bearbeiten kostet immens viel Zeit. Noch während der Bildbearbeitung mache ich mir erste Gedanken was ich alles zeigen und erklären möchte.  Zusätzlich beginne ich damit Links zu recherchieren, oder frage bei dem ein oder anderen Händler gleich persönlich gewisse Informationen ab.
So habe ich im Bericht zum Wollfestival an die 20 Links recherchiert sowie eingebaut, und etliche Tage gebraucht um den Bericht fertig zu stellen.

Anders als viele Leute immer an nehmen, verdiene ich mit meinem Weblog übrigens kein Geld.
Ebenso wie das Socken stricken ist der Weblog ein Hobby von mir, und soll es auch bleiben.
Auch wenn es inzwischen unzählige Blogger gibt die Sponsoren Verträge haben und gezielt Werbung setzen, bin ich noch ein Blogger aus "erster Generation". Ich habe habe schon gebloggt, als die Werbeindustrie noch gar nicht wusste was ein Weblog eigentlich ist, oder wofür man diese Form der Kommunikation überhaupt nutzen kann.
Sämtliche Verlinkungen in meinem Weblog setze ich freiwillig und ohne Gegenleistung. Weil mir meine Wollhändlerinnen, Färberinnen, und Desinger einfach am Herzen liegen.



Donnerstag, 7. Dezember 2017

Dies und Das und Novemberblues

Der November war schon immer recht schwierig für mich.

Im November kommt einfach vieles zusammen was mich belastet. Zum oftmals schlechtem Wetter und dem wenigen Licht, gesellen sich bei mir Alpträume und kleinere Flashbacks. Denn im November/Dezember jähren sich bestimmte Ereigenisse/Erinnerungen aus meiner Jugend.
Ich komme damit mal mehr, und mal weniger gut zurecht.

Dieses Jahr ist es leider etwas schwieriger für mich.
Zum einen weil ich ständig mit der öffentlich geführten Diskussion um #metoo konfrontiert werde. Und so wichtig wie ich diese Diskussion auch finde, so habe ich doch auch meine ganz eigenen Gedanken diesbezüglich.
Zum anderen muss mein Teenager derzeit einen Suzid in seinem queeren Freundeskreis verkraften, und irgendwie verarbeiten. Auch das ist nicht leicht für mich, denn ich weiß nur zu gut wie man sich fühlt wenn man bereit ist sich selbst auf zu geben. Vor vielen vielen Jahren war ich auch einmal an diesem Punkt angelangt, und ich muss in den Gesprächen mit meinem Teenager sehr darauf achten keine endlosen Flashback Serien aus zu lösen.


Wir versuchen  mit vielen, über die Jahre lieb gewonnen Traditionen gegen die allgemein depressive Stimmung an zu gehen.
Unsere Lichterdeko haben wir deshalb bereits ein paar Wochen früher als sonst üblich installiert. Die ersten Plätzchen haben wir schon Mitte November gebacken.
Überhaupt sehnen wir uns gerade sehr nach allem was mit Weihnachten  zusammen hängt. Und pflegen ein sehr ausgeprägtes Familienleben derzeit.



Mein lieber Seelenstreichler war mit seinem neuen Partner bei uns!
Wir haben es uns mit frischen Waffeln, heißen Kirschen, Eis, Sahne und selbst gemachten Schoko Löffelchen gut gehen lassen.

Es waren wundervolle Stunden voller Lachen, Liebe, Freundschaft, Glück und Augenblicken.
Einfach nur schön wie die Beiden, Händchen haltend wie zwei Teenager, bei uns auf der Couch hockten.
Nach eineinhalb Jahren der Trauer, voller Schmerz und Verzweiflung, scheint mein lieber Freund endlich Frieden für sein Herz gefunden zu haben. Und ich wünsche den Beiden von ganzem Herzen, dass sich ihre Wünsche und Sehnsüchte erfüllen mögen. Auch wenn das für mich eventuell bedeutet, Abschied nehmen zu müssen.



Sehr sehr spontan, habe ich im November meine Handstulpen verschenkt!

In unserer Nachbarschaft wohnt eine ältere Dame.
Ich kenne sie gefühlte Ewigkeiten lang, allerdings nur vom sehen an der Bushaltestelle. Sie ist alt, und krank, und lebt inzwischen alleine weil sie ihren Mann in ein Pflegeheim geben musste.
Nie hört man diese Dame jammern oder meckern! Nie erzählt sie einem ungefragt ihre Lebensgeschichte! Und schon ewig bewundert sie meine Halstücher und Handstulpen die ich so trage!

Eines morgens stand die Dame mit vor Kälte geröteten Händen und krummen Fingern an der Bushaltestelle. Handschuhe sind ihr meist zu klein, weil sie sehr große Hände und wirklich lange Finger hat.
Spontan habe ich meine Handstulpen ausgezogen, und sie ihr über die steifen Finger gezogen. Das Leuchten und die Dankbarbeit in den Augen der alten Dame...... UNBEZAHLBAR!
Und ich habe ja noch weitere Armstulpen. Mal davon abgesehen, dass ich mir jederzeit neue machen kann.



Seit im Frühjahr "mein" Wollgeschäft geschlossen hat, war ich etwas heimatlos.
Das hat mich zunächst nicht weiter gestört. Der Schrank war gut gefüllt, und im Sommer war ja auch noch das Wollfestival.
Doch nun arbeite ich an Weihnachtsgeschenken. Der Gatte hat sich dicke Couchsocken gewünscht, aber mein Stash war ihm insgesamt viel zu bunt.

Dieser Tage habe ich mir Lauras Wollladen in der Schwertnergasse, in der Kölner Innenstadt angeschaut. Und natürlich nicht nur Langweiliges für den Gatten, sondern auch ein bisschen was Buntes für mich selbst adoptiert.
Und JA, ich denke ich werde dort heimisch werden. In den Regalen findet sich eine tolle, bunte und inspirierende Auswahl. Das Personal ist sehr nett, hilfsbereit und zuvorkommend; außerdem fachlich sehr kompetent und kann hervorragend beraten!



Das Wetter war diesen Herbst ja leider bisher überwiegend bescheiden!
Durch einen glücklichen Zufall habe ich es geschafft, einen der seltenen Vormittage mit wirklich gutem Licht zu erwischen. So konnte ich noch mal vier Paar Socken mit zum Outdoor Shooting nehmen.
Leider waren drei Paare davon Weihnachtsgeschenke, die ich aus verständlichen Gründen erst im nächsten Jahr hier im Weblog zeigen kann. Denn die Beschenkten kennen meinen Weblog inzwischen nur zu gut! Somit kann ich leider auch noch nicht all zu viel von diesem Shooting zeigen.

Aber es war das erste Shooting seit dem Bänderriss ohne Krücke. Und es war ein gutes Shooting! Mit interessanten Perspektiven, und neuen Aussichten für künftige Shootings.
Man mag von Köln halten was man will. Ich selbst empfinde die Stadt vielerorts als grau, laut und schmutzig. Aber fotografisch kommt man hier wirklich lebenslang voll auf seine Kosten!


Da diese Socken für mich selbst sind, kann ich sie auch schon zeigen.


Diese Socken sind zwar ein Geschenk, aber man erkennt hier keine Details. Dafür aber die umwerfende Perspektive im Hintergrund. Das hat extrem viel Spaß gemacht!


Und dies hier ist eine Aussicht für ein künftiges Shooting. Wird, denke ich, aber erst im Frühjahr etwas werden. Im Dezember sind zu viele Touristen in der Stadt, als dass ich hier konzetriert arbeiten könnte.



Inzwischen läuft der Weihnachts-Countdown gnadenlos runter!
Obwohl ich, wie inzwischen fast jedes Jahr, bereits im Sommer begonnen habe für Weihnachten zu stricken habe ich auch dieses Jahr wieder meine Zweifel ob ich alles rechtzeitig fertig bekomme. Irgendwas gibt es immer, was mir meine Zeitplanung zum erliegen bringt. Und dieses Jahr gab es gleich reichlich davon!
Sind die Strickstücke dann fertig, wollen sie noch hübsch fotografiert und irgendwie nett verpackt werden! Mal sehen, wie und ob ich das noch bewerkstelligt bekomme. Die letzten Geschenke werden es wohl leider auch nicht mehr in ein Outdoor Shooting schaffen. Aber Indoor Bilder mit Weihnachtsbaum im Hintergrund sind ja auch recht hübsch.

Immerhin sind schon alle Mini Söckchen Schlüsselanhänger zu den - zum Teil noch in Arbeit befindlichen Geschenken - fertig!



Da ich euch für den Rest des Jahres nicht mehr mit Strickbildern beglücken werden kann, weil alles woran ich gerade arbeite irgendwie für Weihnachten wird, werde ich versuchen euch auf andere Weise zu unterhalten. Mal sehen wie mir das gelingt.
Solltet ihr nichts mehr von mir lesen, werde ich wohl weihnachtlich verhindert sein. Ihr wisst schon, Weihnachtsmärkte, Sterne basteln, Baum schmücken und all so netter Kram.


Samstag, 2. Dezember 2017

Männersocken für den Gatten

Das letzte Paar Socken, welches ich im Oktober mit im Outdoor Shooting hatte, war ein Paar Kuschelsocken aus dicker Wolle für meinen lieben Gatten.

Fertig waren diese Socken schon etwas länger.
Im Sommer hatten sie es jedoch nicht mit ins Outdoor Shooting geschafft, weil ich keine passenden Hintergründe für diese Farbgebung auf dem Plan hatte. Dann kam mein Unfall, und die wochenlange Untätigkeit durch den Bänderriss.


Auch dieses mal war es gar nicht so einfach die Socken in Szene zu setzen.
Die Farbe war schwierig um zu setzen, und so wirklich zufrieden bin ich selbst jetzt nicht.

Die Socken sind nicht sychron gestrickt. Auch wenn es so aus sieht, als hätte das durchaus gelingen können. Aber ich hatte bei der ersten Socke nicht gezielt auf eine Anfangsfarbe geachtet. Weshalb es bei der zweiten Socke natürlich unmöglich wurde, den gleichen Startpunkt zu finden.


Den Beginn der Socken macht ein 2 Rechts, 2 Links Rippenbündchen.


Im Hauptteil habe ich, inzwischen ganz typisch für Herrensocken von mir, in einem Waffelmuster gestrickt.


Für die Ferse bin ich auf der Hauptfabe geblieben, und habe eine Herzchenferse gearbeitet.


Den Abschluß bildet eine einfache Bandspitze.


Verstrickt habe ich dieses Knäul Schachenmayr - Regia, 6-fach Sockenwolle, Design Line by Kaffe Fassett, mit der Farbnummer 03773.


Für das Outdoor Shooting war ich im wunderschönen Blücherpark in Köln Bilderstöckchen, und habe den - am frühen Vormittag noch geschlossenen - Biergarten genutzt.


Mehr gibt es zu diesen Socken auch nicht mehr zu erzählen.
Männersocken halt!



Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...