Montag, 30. Mai 2016

Trauer, Schmerz und Augenblicke......

Bloggen.
Mir ist fast so, als hätte ich bereits vergessen wie das überhaupt geht.

Die letzten Monate waren erfüllt von Schmerz und Trauer. Von intensiven Begegnungen mit einzigartigen Menschen. Vielen Sorgen und offenen Fragen. Und nicht zuletzt auch ganz viel sehr persönlichem Kopfkino.

Es ist nicht leicht diesen einen Menschen, den man als Fels in der Brandung so schätzen gelernt hat, nun an Kummer und Verzweiflung zerbrechen zu sehen. Und es erfordert eben soviel Mut, wie Verständnis und Geduld, um diesen Menschen in seiner Trauer über viele Wochen hinweg zu begleiten und bei zu stehen.

Wie schon im letzten Jahr, so sind es auch jetzt die ganz bewusst erlebten guten Augenblicke, die Kraft geben um alles andere durch zu stehen. So bin ich dieser Tage oftmals in den Zoo geflüchtet.
Manchmal mit Kind, ein anderes mal einfach nur zum Kuchen Picknick. Oder um ein paar Reihen in der Sonne zu stricken. Zum durch atmen, und zum runter kommen.


Ostern haben wir uns mit und bei den Schwiegereltern versammelt, und einen wundersam entspannten Nachmittag verbracht. Mit frischen Waffeln und den ersten Erdbeeren der Saison.
Ein Tag voller Leben!
Und damit ungewollt sehr gegensätzlich zum eigenen Empfinden dieser Tage.


Der langsam einsetzende Frühling hat vieles erleichtert. Obwohl er fast unbemerkt an mir vorbei gezogen wäre. Doch es ist so viel einfacher und leichter, wieder ins Seelische Gleichgewicht zu finden, wenn die Tage allmählich heller und wärmer werden.


Im April habe ich so ziemlich jede freie Minute, die sich irgendwie erübrigen ließ, mit dem Seelenstreichler verbracht. Einmal sogar gleich ein ganzes Wochenende.
Dabei bin ich diesem hübschem Wesen begegnet. Welches meine Stricknadeln zum fressen gern hatte. Die Wolle dagegen war eher uninteressant.


Ein anderes mal haben wir gemeinsam für Freunde gekocht.
Ich bin nicht wirklich gut darin, mit jemandem gemeinsam zu kochen. Mit dem Seelenstreichler jedoch war es ein wundervolles Erlebnis. Und heilsam obendrein, denn seitdem habe ich endlich wieder Spaß am Kochen.
Der Seelenstreichler tut mir also selbst dann noch gut, wenn es ihm selbst schlecht geht.


Und dann war da noch dieser bunt gefüllte Wollkorb, welcher mein Herz erfreut hat.
Darin wunderbare Garne von Araucania, das Wollkenschaf, Buttjebeyy, Dornröschenwolle, Atelier Zitron, Pascuali, MeRo Colors und den Lahn Lamas. Angestrickt habe ich davon bisher leider recht wenig.


Es heißt Freundschaft, weil man mit Freunden alles schafft!
Mitunter braucht es aber einen Freund, der weiß wie man sich fühlt wenn die Augen leer erscheinen. Der es versteht wenn die Seele schmerzt, ohne daß man es erklären müsste.

Ich habe nicht vergessen, wie es sich für mich an fühlte, als es mir im letzten Jahr so erging. Doch nun weiß ich auch, wie es sich an fühlt, Sorgen und Ängste schon alleine dadurch ab mildern zu können, indem man zu hört und diese Ernst nimmt. Beide Seiten, innerhalb eines relativ kurzen Zeitfestes zu erleben, ist eine sehr prägende Erfahrung.

Als der schlimmste Schmerz endlich überstanden schien, und das Leben langsam in die Augen des Seelenstreichlers zurück kehrte, haben wir uns mit einem Picknick am Rhein belohnt. Gleich unterhalb meiner Lieblingsbrücke, wo ich stets alle Sorgen so wunderbar los lassen kann.



Mein ganz besonderer Dank geht in diesen Wochen vor allem an meine Familie.

An meinen lieben Gatten, welcher mir uneingeschränktes Vertrauen entgegen bringt. Der mir in diesen Zeiten den Rücken frei hält und mich einfach machen lässt. Unabhängig davon, was wiederum ganz andere Leute davon halten mögen.

Dankbar bin ich auch für meine Jungs, welche es trotz ihrer jungen Jahre mit viel Verständnis tolerieren, wenn ich die ein oder andere Nacht nicht daheim verbringe.

Und nicht zuletzt bin ich dankbar für liebe Freunde. Welche in den letzten Wochen immer ein Ohr übrig hatten, wenn ich jemanden zum reden brauchte.





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