Dienstag, 31. Juli 2012

Ein Besuch im Zoo...... und andere Katastrophen

Eine Mitarbeiterin des örtlichen Pfarrverbands fragte uns vor einigen Wochen, ob wir Freikarten für den Kölner Zoo haben mögen. Man hätte wieder reichlich Kontingent aus der Sponsoring Aktion "Ein tierisches Vergnügen" erhalten. Klar wollen wir! Der einzige Nachteil ist, daß man sich im Vorfeld auf ein Datum fest legen muss. Wir planten also recht weit in die Ferien hinein, in der Hoffnung das Wetter möge sich endlich bessern.

Das Wetter besserte sich. Just in dieser Woche. Und plötzlich hatten wir 30°C Hitze!

Zoo Köln Juli 2012

Wir hatten uns im Zoo mit einer befreundeten Familie verabredet.
Meinen Kindern hatte ich schreiend gelbe Warnwesten aufgezwungen. Im Innenteil mit Namen und Handynummer versehen. Frau hat ja so ihre Erfahrungen. Und während unsere "Kleinen" an nahezu jeder Spielstation kleben blieben, gingen die "Großen" bereits auf dem ersten Zookilometer verloren.
Mit einem Zoorätsel in der Hand, offenbar in "Männergespräche" vertieft, bemerkten sie nicht daß wir mit den Kleinen nicht hinterher kamen.

Zoo Köln Juli 2012

Zum Picknick konnten wir die Jungs dann aber wieder einfangen. Den gelben auffälligen Westen sei Dank!

Das schlechte Wetter ist wohl es auch schuld, daß unser Picknick etwas luxuriös entartete.  Jeder brachte so seine Leckerchen mit. Und weil wir bisher nicht ein einziges mal picknicken konnten sind die Pferde wohl etwas mit uns durch gegangen.
(Details sind im Küchenblog nach zu lesen. ;-) )

Zoo Picknick

Kennt ihr noch Kirschkernweitspucken?
Die Jungs haben das Spiel ein wenig ab gewandelt. In Kirschkernabschießen. Mit viel Gekicher und Gelächter natürlich.

Zoo Köln Juli 2012

Gerade als wir unsere Picknick Taschen wieder ein packten, kam uns ein heulendes blutendes Kindlein entgegen gerannt. 
Der kleine Unglücksrabge war an einer Experimentierstation ausgerutscht und mit dem Kinn auf ein Rohr geknallt. Das ergab dann eine kleine klaffende Platzwunde unterhalb des Kinns.
Die Freundin zückte ihre Erste Hilfe Tasche und legte einen Druckverband an. Der Gatte begab sich mit dem Kindlein zuerst zu den Sanitätern, und später ins nahe Kinderkrankenhaus.

Derweil zogen die Freundin und ich mit den verbliebenen Kindern weiter durch den Zoo. Um zu vermeiden daß uns die Großen wieder abhanden kommen wurden Treffpunkte auf dem Zooplan vereinbart, und die Jungs dann von der Leine gelassen.

Einer unserer Treffpunkte war die Ausstellungshalle unter dem Tropenhaus. Dort betraten wir ein Zeitportal welches uns in die erfrischend kühle Eiszeit brachte. Ein mächtiges Eiszeitliches Rindvieh fühlte sich wohl von meinem Handy (der Gatte meldete sich aus dem KKH) gestört. Zum Glück waren wilden Jungs sofort und furchtlos zur Stelle um mich und meine geliebte Kamera zu retten!

Zoo Köln Juli 2012

Hinter dem Affenhaus zeigte sich mal wieder mit was für einfachen Mitteln man eine Horde Kinder beschäftigen kann. Zum Beispiel mit einer Hand voll Kleingeld und einem Trichterloch.

Zoo Köln Juli 2012

Am Spielplatz stießen dann der Gatte und der kleine Unglücksrabe wieder zu uns.
Frisch geklebt und verbunden......

Zoo Köln Juli 2012

.....was ein Kindlein natürlich nicht davon abhalten kann gleich wieder in die Vollen zu gehen!

Zoo Köln Juli 2012

Es wurde spät an diesem Tag.
Vielleicht weil wir aufgrund der Hitze viele kleine und längere Pausen ein legten.
Die Picknicktaschen wurden immer leerer und leichter! 

Zoo Köln Juli 2012

Vielleicht aber auch, weil ein Zoobesuch mit Freunden einfach viel schöner ist als wenn man alleine unterwegs ist. 

Zoo Köln Juli 2012

Außerdem war das Zoorätsel in diesem Jahr eine echt harte Nuss.
Nachdem das Kindlein seine eigene Alterskategorie im letzten Jahr so langweilig fand daß der Zettel quasi blind am Picknicktisch ausgefüllt wurde, habe ich ihm dieses Jahr gleich das Rätsel für 8-10jährige geben lassen. Ein kleines Heftchen mit Zooplan im Innenteil und vielen Fragen zu einzelnen Tierarten, welche sich nur durch Lesen der Hinweistafeln oder Beobachten der Verhaltensweise der Tiere lösen ließ.

Zoo Köln Juli 2012

Fazit: Trotz des Unfalls war es ein schöner und sehr ausgefüllter Tag.

Spruch des Tages: Ein Unfall pro Tag reicht!




Donnerstag, 26. Juli 2012

Family Paradise

Ausflug in unsere Lieblings Indoor Halle. Zu Ferienzeiten beinahe schon Pflichtprogramm um unsere Kinder glücklich zu machen.

Paradox war allerdings, daß eine Freundin und ich uns ausgerechnet am ersten wirklichen Sommertag dort verabredet hatten. Die ersten zwei Wochen dieser Ferien hat es nur geregnet, aber da hatten wir beide noch Termine und sonstige Angelegenheiten vor der Brust. Die Kinder haben sich aber dermaßen auf diesen Tag gefreut, daß wir nicht mehr spontan umplanen wollten.

Während die Kids also zu einer ersten Toberunde auf und davon waren, habe ich erst mal die große Schüssel voller Seelentrösterchen auf den Tisch gestellt.

Mini Gugl mit Mascarpone Creme
Mini Gugl mit Mascarpone Creme

Der Inhaber der Halle arbeitet beständig daran sein Spielangebot durch neue Geräte zu verbessern und abwechslungsreich zu gestalten. Die neue Attraktion dieses mal hat den hübschen Namen "Family Roller". Der Name ist übrigens Programm bei diesem Gerät!

Family Paradise Juli 2012
Family Paradise Juli 2012
Family Paradise Juli 2012

Ebenfalls sehr gefragt war der Family Loop. Zwar kennen unsere Kinder dieses Gerät schon, allerdings war die Halle an diesem Tag ausgesprochen leer, so daß die Kinder fast nie anstehen mussten und das Gerät um so intensiver genutzt wurde.

Family Paradise Juli 2012
Family Paradise Juli 2012
Family Paradise Juli 2012

Apropos leere Halle:
Hier besiedeln sonst hunderte Eltern die Tische und tausende Kinder die Spielgeräte. Da die Freundin und ich aber aufgrund des "plötzlichen Sommereinbruchs" beide ordentlich Kopfweh hatten, hat uns die Stille in der Halle nicht wirklich gestört.

Family Paradise Juli 2012
Family Paradise Juli 2012

Weder Hitze noch Kopfweh haben uns davon abhalten können unser Strickzeug aus zu packen.

Family Paradise Juli 2012
Family Paradise Juli 2012

Eine sehr angenehme Überraschung war das diesmalige Gastkind, welches wir dabei hatten. Ein relativ neuer Freund vom Großen, welcher in das Neubaugebiet hinter unserem Haus eingezogen ist. Der Junge ist sehr still und zurückhaltend, aber total lieb und friedfertig. Durch seine ruhige Ausstrahlung holt er außerdem meinen manchmal hyperaktivem Großen wunderbar auf den Boden der Tatsachen zurück.




Mittwoch, 25. Juli 2012

Noch ein Abschied

Vor wenigen Wochen erst feierte unser Großer seinen erfolgreichen Abschluß einer langjährigen Logopädischen Therapie.
Nun war es auch beim Kindlein so weit.

Beim Kindlein hatten wir mit Therapeutinnen wesentlich mehr Glück. Zum einen weil wir sehr viel früher mit der Therapie beginnen konnten, zum anderen weil ich einfach über mehr Erfahrung und Selbstbewusstsein verfügte als beim Großen Kind.

Kurz vor dem dritten Geburtstag waren wir das erste mal bei einer Logopädin. Eine solche Therapie wird im allgemeinen nicht vor dem vierten Geburtstag begonnen. So wurden dann auch beim Kindlein "Defizite" fest gestellt, welche für ein dreijähriges Kind eigentlich normal sind. Welchen Kind kann an seinem drittem Geburtstag bitteschön bis 20 zählen, das Alphabet aufsagen und 10 Farben treffsicher benennen? Die Therapeutin redete überwiegend mit mir statt mit dem Kind, warf mir dann aber vor keinen Zugang zum Kind zu finden. Sinnlos! Die nächste bitte!

Die neue Therapeutin dann kam mehr oder weniger frisch von der Uni. Mit viel Engagement hüpfte sie mit dem Kindlein durch den Raum, machte jeden erdenklichen Unsinn mit und nahm sich viel Zeit das Kindlein erst einmal kennen zu lernen, bevor es an die eigentliche Arbeit ging. Trotz mehrfacher Empfehlung von externer Stelle (welche sich nie auch nur eine einzige Stunde angesehen haben) die Therapeutin auch mal zu wechseln um den Therapieerfolg zu beschleunigen, sind wir all die Jahre bei dieser einen geblieben.

Ein reger Austausch über Therapiemethoden und Ziele, sowie einer genauen Beobachtung der Entwicklungserfolge, hat über die Jahre hinweg eine beachtliche Beziehung entstehen lassen.  "Unsere" L. war für das Kindlein ein fester Lebensbestandteil. Dem Abschied wurde deshalb auch eher mit Trauer als mit Freude begegnet.

Noch ein Abschied

Diesmal habe ich keinen Kuchen gebacken, denn das hätte ich zeitlich dieses mal nicht organisiert bekommen. In einer nahen Eisdiele wurden 4 riesige Eisbecher mit viel Sahne und Zuckerstreuseln besorgt.

Das Paket wurde mit viel Vorfreude und ebenso viel Skepsis geöffnet.

Noch ein Abschied

In dem Karton waren jener Schal hier, gepaart mit Mütze und Armstulpen, plus dem netten Werbefoto für welches das Kindlein neulich im Garten posierte.

Kunterbunt trifft Klassisch Grau

Anschließend wurde die Gute vom Kindlein eigenhändig eingekleidet.

Noch ein Abschied

Ein bißchen Quatsch muss sein!

Noch ein Abschied

Ein letztes Spiel.....

Noch ein Abschied

...... das Geschenk für das Kindlein......

Noch ein Abschied

....und ganz ganz viel Geschmuse und Geknuddel!

Noch ein Abschied

Zuletzt wurde noch eine riesige Sonneblume für MICH auf den Tisch gelegt.

Noch ein Abschied

So ganz angekommen ist es noch nicht, daß dieser Teil unseres Lebens nun abgeschlossen ist. Noch sind Ferien, Urlaub und viele Freizeit Aktivitäten. Die große Sehnsucht wird uns dann wahrscheinlich mit der Schule erfassen. Aber beide Logopädinnen freuen sich darüber wenn wir uns hin und wieder mal melden und vielleicht auch mal auf Besuch herein schneien.


Freitag, 20. Juli 2012

Problemzone Kinderzimmer

Schon seit Wochen, wenn nicht gar seit Monaten, ärgere ich mich über den chronisch chaotischen Zustand des Kinderzimmers.

Zwei Tische stehen dort. Ein Kinderschreibtisch und ein großer Spieltisch. Beide verschwinden ständig unter einem wildem Haufen aus Papier, Klamotten, Lego, Autos, und was sich sonst noch so in einem Kinderzimmer finden lässt. Zum Malen und Basteln schaufeln sich die Kids dann ein klein wenig Bodenfläche frei und verschmieren Kleber und Farbe dann auf den Holzdielen. Unter den Tischen sammelt sich dabei dann weiteres Chaos an. Der Spieltisch ist, wohl schlechtwetterbedingt, ständig im Weg; wird anstoßen und poltert mit einem lautem Rums gegen die Heizung.
Desweiteren litt das Wäscheregal an akuter Wäsche Kolik! Alles lag kreuz und quer durcheinander, so daß ich mich schon gar nicht mehr traute frisch gewaschenes dazu zu legen. Mal ganz davon abgesehen daß es fast nie frei zugänglich war, weil sich beständig das Chaos davor stapelte.
Einzig im Bücherregal herrschte eine gewisse Ordnung.

Vor etwa drei Wochen flatterte mal wieder Ikea Post in unseren Briefkasten. Diesmal mit hübschen und sogar erschwinglichen Ideen für Kinderschreibtische und Arbeitsbereiche. Seit dem foltere ich mein Hirn mit der Suche nach Lösungen für unsere Problemzone. Fast immer fehlen mir irgendwo 10 bis 20 cm Wandfläche um Vorstellungen um setzen zu können. Einmal ist ein Lichtschalter im Weg. Dann ist die Fensterbank 5cm zu lang. Ein anderes mal bekomme ich das Bücherregal nicht mehr unter.
Und dann, wohl ebenfalls schlechtwetterbedingt, veranstalten die Monster in ihrem Zimmer solch ein Durcheinander und solch eine Zerstörung daß ich mich ernsthaft frage: Warum machst Du Dir eigentlich nen Kopf? Möbel abreißen und alles auf den Boden und Du hast keine Probleme mehr! Grmpf!

In einem weiterem Anfall von Schlechtwetterfrust sind wir es diese Woche dann aber doch mal angegangen. Wäsche- und Bücherregal wurden ausgeräumt um in der Praxis zu sehen ob meine theoretischen Überlegungen überhaupt umsetzbar sind.
Bevor das Chaos also besser werden kann, wird es zunächst viel viel schlimmer!

Ferien To Do

Etliche Stunden später ist der Kinderschreibtisch Geschichte!
Das Wäscheregal steht nun dort wo zuvor das Bücherregal und der Schreibtisch standen. Der größere Spieltisch übernimmt vorerst die Funktion als Arbeits- und Basteltisch. Das Bücherregal wurde passgenau dazwischen positioniert.
Beim Aufräumen fanden sich außerdem noch zwei Hängeaufbewahrungen. Und gleich neben der Türe hat sich ein wenig Platz für die Schultaschen der Kinder auf getan.

Ferien To Do

Im Spielbereich des Zimmers dominiert nun eine völlig neue Bewegungs- und Bodenfreiheit. Die Kids sind schwer begeistert und wollen von nun an "jeden Tag aufräumen". (Ich bin gespannt!)

Ferien To Do

Der nächste Akt im Kinderzimmerdrama wird das Spielzeugregal sein. Da hat sich schon wieder viel zu viel Schrott angesammelt. Wo kommt das alles nur immer her?
Aber dafür brauche ich ein paar Kinderfreie Stunden.

Ferien To Do

Im letzten Akt werden wir die Kinder im ach so beliebten Smaland parken, während der Gatte und ich ausgiebig und mit Ruhe in der schwedischen Möbelausstellung nach hoffentlich passenden Lösungen für unser Schreibtischproblem suchen. Und wahrscheinlich auch wieder hübsche Kleinigkeiten für die restliche Wohnung entdecken werden.
Außerdem wünscht der Große sich, daß das Wäscheregal irgendwie verschwinden möge. Vielleicht hinter einem selbst genähtem Vorhang. In Anbetracht des sagenhaften Talentes des Großen Vorhänge und deren Aufhängungen zu zerstören kam bereits die Überlegung auf, einfach ein paar bunte Stoffbahnen zu versäubern und ohne Aufhängung gleich an das Holz zu tackern.

Man darf also gespannt sein wie es weiter geht......


Freitag, 13. Juli 2012

Schönheit Vs. Apokalyse

Wolkenberge die in der Sonne weißlich glitzern und glänzen. Die, mannigfaltig geformt, die Phantasie des Betrachters Purzelbäume schlagen lässt. Sich ständig verändernd, wachsend, und explodierend, bis die Grenze zur Stratosphäre die Wolke zum seitlichen Ausweichen zwingt........

.....so eine Gewitterwolke kann wirklich wunderschön sein, wenn man weit genug entfernt ihre Entwicklung von der Seite betrachten kann!

Gewitterwolke
Gewitterwolke
Gewitterwolke
Gewitterwolke
Gewitterwolke

Das Bild wandelt sich allerdings sehr schnell, wenn man plötzlich unterhalb jener Gewitterwolke steht. Apokalyse now!

Gewitterwolke
Gewitterwolke

Donnerstag, 12. Juli 2012

Ohh Susanna

Schon seit einigen Wochen kam es mir so vor, als hätten die Kinder keine einzige Hose mehr ohne Loch im Knie im Schrank. Ebenso meinte ich, die Löcher würden immer größer. Nur hatte ich die letzten Schulwochen weder Zeit noch Ruhe mich um dieses Problem zu kümmern.

Heute habe ich tatsächlich NUR sechs kaputte Hosen gefunden. So weit zum Thema Wahrnehmung und Realität der Fakten. Aber sechs neue Hosen kaufen müssen? Zu Ferien Beginn? Wenn das Budget eh schon knapp ist weil Ausflüge und dergleichen finanziert werden müssen?

Warum denn nicht auf gute altmodische Art mit Flicken versehen?
Aber bitte nicht die langweiligen Dinger aus dem Supermarkt. Ganz so altmodisch soll es dann doch nicht werden.
Also mal tief in die Restekiste gegriffen und einen Haufen bunter Susanna vom Möbelschweden hervor geholt. Dazu Bügelvlies, Textilkleber und eine schnell erstellte Sternschablone.

Oh Susanna

Oh Susanna

Alternativ wurde noch eine alte kaputte Jeans von mir zerschnitten, für eine dezentere Ton in Ton Optik.

Oh Susanna

Zwei der Hosen waren ein Hoffnungsloser Fall und wurden dem Kleidersack übergeben. Zwei weitere Hosen brauchten gleich zwei Flicken. Die zwei übrigen begnügten sich vorerst nur mit einem Flicken.
Fix die Seitennähte der Beine aufgetrennt, Flicken aufgebügelt und, weil es eben JUNGS sind, zusätzlich mit Nähten gesichert. Hosenbeine wieder zu genäht, versäubert und TADAA.....

Oh Susanna

Ach ja, das Bild zeigt nur drei von vier Hosen.
Die fehlende Hosen hüpfte bereits vergnügt mit dem Kindlein zusammen durch den Garten, während ihre Kumpels noch mit offener OP Wunde auf meinem Tisch lagen.

Oh Susanna

Weil ich hier, etwas unkonzentriert, gleich zu Anfang zwei Nähte grandios verhauen habe, musste ich statt einem unauffälligem Geradstich eine auffälligere Applikation setzen. Bin ich nicht halb so glücklich mit wie das betreffende Kindlein. Aber für´s Spielen in Wald, Garten und Spielplatz wird es reichen.

Samstag, 7. Juli 2012

Die schönsten Geschenke sind Lila!

Nachdem ich unserem Lehrerkollegium der Förderschule bereits zu Weihnachten mit Schokolöffelchen und zu Ostern mit weißen Raffaello Häschen ein breites Lächeln auf das Gesicht zaubern konnte, habe ich neulich bei unserem Schulfest versucht die Eltern mit ins Boot zu holen und ein Sparschwein für die Lehrerinnen auf gestellt.

Mir blutet jedes mal das Herz wenn ich sehe wie den Lehrern an der Regelschule bei nahezu jeder Gelegenheit Geschenke überreicht werden, während in der Förderschule oftmals nur Kritik geübt oder Ärger freiem Lauf gelassen wird. Dabei leisten gerade die Lehrerinnen der Förderschule so viel mehr, geben so viel Herzblut und versuchen jedes Kind ganz individuell nach seinen Fähigkeiten zu fördern. Leider aber möchten das, was sie zu berichten oder sagen haben, nicht alle Eltern immer gern hören. So erfahren sie eher selten mal Lob oder Anerkennung.

Entsprechend mager fiel dann auch die Elternbeteiligung aus. Hätte jede Familie nur 2€ gegeben, hätte ich für jede Lehrerin ein richtig schickes Geschenk bei z.B. Hussel holen können. Natürlich ist es eine freiwillige Angelegenheit. Aber gerade mal 35€ bei 60 Familien finde ich als Ergebnis doch irgendwie traurig!

Aber davon lasse ich mich nicht aufhalten. Eine Idee musste her.
Bei Sewbeedoo fand ich eine tolle Anleitung für Täschchen aus Milka Verpackungen.
Ich habe sie allerdings ein wenig anders gearbeitet. Das Gekruschel nach dem Wenden hat mir, als Geschenk, einfach nicht gefallen. Nach einigem Experimentieren und Fehlschlägen hatte ich dann eine elegantere Lösung und die Täschchen wurden in Serie gefertigt.

Es fehlte noch eine Verschwörung mit unserer Sekretärin. Sie sorgte dafür daß sämtliche Klassenzimmertüren geschlossen waren und ließ mich durch den Notausgang herein. So konnte ich unbemerkt ins Lehrerzimmer schlüpfen.


Lila Täschchen

Lila Täschchen

Lila Täschchen


In der Pause muss es dann wohl zu gegangen sein, wie auf einem Kindergeburtstag!
Es wurde gekreischt, gehüpft, gequietscht, sich wahnsinnig gefreut und um die Lieblingssorte gestritten! :-)

Es gab viel positives Feedback:
"Sie haben sich mal wieder selbst übertroffen!"
"Das haben wir in all den Jahren noch nie erlebt!"
"Was für tolle Ideen Sie aber auch immer haben!"
"Meine Töchter haben die gesehen, und sich fast drum geschlagen!"
"Hach, da wird einem immer so warm ums Herz, wenn man hier rein kommt und da stehen kleine Geschenke von Ihnen!"

Nur zwei Tage später sollte ich zurück überrascht werden.
Die Viertklässler wurden mit einer kleinen Feierlichkeit verabschiedet, zu der auch die Eltern eingeladen waren. Mitten drin stellte sich unser Schulleiter dann mit einem Blümchen in der Hand hin, und hielt eine kleine Ansprache. Ich wurde für meine Arbeit und meinen Einsatz als Pflegschaftsvorsitzende geehrt. Mit einem breiten Grinsen, und zusätzlichem Augenzwinkern, wurde außerdem erwähnt daß ich das Kollegium im letzten Jahr so nett verwöhnt hätte.
Die Eltern vor mir klatschten größtenteils verhalten. Aber die Lehrer hinter und neben mir veranstalteten richtig viel Lärm!

In solchen Momenten neige ich irgendwie zum Tunnelblick. Ich stand also vor versammelter Elternschaft, und habe außer dem LILA Blümchen in meiner Hand nicht mehr viel wahr genommen. So entdeckte ich erst später, daß die vermeintliche Karte beim Blümchen ein Gutschein für eine Buchhandlung mit einem nicht geringem Betrag war.


Lila Blümchen


Da hatte ich dann auch ein kleines Kindergeburtstagsgefühl. Zum einen weil ich mich wahnsinnig gefreut habe. Zum anderen weil es zeigt, wie gut die Lehrer/Schulleitung und ich uns inzwischen kennen. Mit einem Douglas Gutschein hätte ich beispielsweise nicht viel anfangen können. ;-)


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